Salzburger Osterfestspiele: Klangprächtiges Haydn-Oratorium
Von: Helmut Christian Mayer
„Und es ward Licht!“: Nach der Vorstellung des Chaos und diesen Schlüsselworten des Chores erklang ein einfacher C-Dur Akkord, aber von solch strahlend mächtiger Kraft: Ein faszinierender Höhepunkt aus Joseph Haydns „Die Schöpfung“ bei den Salzburger Osterfestspielen im Großen Festspielhaus.
Daniel Harding ließ engagiert mit teils recht breiten Tempi zu Beginn die einprägsamen Melodien bei den Berliner Philharmonikern, die nach 13-jähriger Abstinenz wieder als Residenzorchester gelandet sind, und im herrlich tonreinen Chor des Bayrischen Rundfunks (Einstudierung: Peter Dijkstra) mit stets durchhörbarer Transparenz, feinen Nuancen und vielen lautmalerischen Elementen wiedergeben. Da hörte man es donnern und blitzen, brausen und rauschen.
Brüllender Löwe
Und einen brüllenden Löwen vernahm man ebenso wie Vogelgesänge, die aufgehende Sonne bis hin zum Liebesduett von Adam und Eva. Allerdings fehlte es im Orchester insgesamt etwas an Spannkraft. Exquisit waren die Solisten: Allen voran sang Konstantin Krimmel mit exemplarischer Wortdeutlichkeit seines warmen Baritons, er konnte auch den Tierbeschreibungen wie dem Walfisch und dem „Gewürm“ große Gestaltung abgewinnen. Louise Alder – eingesprungen für Hanna-Elisabeth Müller – sang mit glockenreinem Sopran und saubersten Koloraturen, Andrew Staples mit hellem und höhensicherem Tenor.
Im Anschluss an den großen Jubel wurde der Herbert-von-Karajan-Preis von dessen Tochter und Schirmherrin Arabel Karajan in Anwesenheit des Intendanten Nikolaus Bachler an Jasmin White (Erda), Le Bu (Fasolt) – beide aus „Rheingold“ – und Krimmel verliehen.
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