Kultur
15.06.2018

Robbies Mittelfinger: Klammern an jede Aufregung

Was der "Skandal" bei der WM-Eröffnung alles nicht ist (überraschend oder arg) und was man daraus lernen kann

Selbst an die kleinste Chance zur Aufregung klammert sich die Öffentlichkeit, und das hat schon ein bisserl etwas Verzweifeltes. Robbie Williams hat auf der Bühne bei ungefähr jedem Konzert seinen Hintern gezeigt, schlüpfrige Witze gemacht, sich eine Besucherin auf die Bühne geholt und dann alles mögliche #MeToo-Untaugliche mit ihr aufgeführt.

Er hat dabei dreingeschaut, als hätte er – sorry für die Witzwiederholung aus der KURIER-Kritik zum letzten Wienkonzert – viele Jahre lang nicht geschlafen (und das wird schon seinen Grund gehabt haben).

Jedenfalls: Ein Stinkefinger in die Kamera ist ungefähr das fadeste, das Robbie so drauf hat.

Dass das jetzt bei der Fußball-WM zum Skandal hochgejazzt wird, ist schonauch ein bisserl bedrückend. Es zeigt die Verzweiflung der Medien und das Ausgeliefertsein vieler Menschen an den minütlichen Adrenalin-Kick (Böse! Arg! Skandal!), der zunehmend die Zeiteinheit des Lebens ist.