Clemens Hellsberg: "Die Restitution dieses Bildes ist uns ein besonderes Anliegen."

© KURIER/Franz Gruber

Raubkunst
04/12/2014

Philharmoniker restituieren ein Bild von Paul Signac

Bereits seit den 1980ern gab es Bemühungen, die Provenienz zu klären.

von Gert Korentschnig

Die Kommunikation mit den Erben hat bereits begonnen, noch heuer soll die Übergabe stattfinden: Die Wiener Philharmoniker werden ein Bild des Malers Paul Signac (1863 – 1935) an die Erben des französischen Staatsbürgers Marcel Koch restituieren. Dieser hatte 1945 die Documentation Française gegründet und war bis 1969 deren Direktor.

Das in der NS-Zeit im Departement Jura enteignete Bild, das vermutlich 1883 entstand, war dem Orchester 1940 überreicht worden – als "Geschenk" von Roman Loos, des aus Wien stammenden Direktors der Geheimen Feldpolizei. Der Anlass waren drei Konzerte des Orchesters im besetzten Frankreich.

Schwierige Suche

Das etwa 60 x 30 cm große Bild zeigt einen "Hafen im Westen Frankreichs" und lagerte jahrzehntelang im Archiv in Wien. Seit den 1980ern gab es Bemühungen, die Provenienz zu klären. Bundesdenkmalamt, Dorotheum und andere wurden involviert. Erschwert wurde die Suche, als ein ausfindig gemachter Erbe 1999 starb. Warum man nicht dennoch sofort restituieren konnte? Weil das Bild, wenn die Besitzverhältnisse nicht ganz klar sind, an den französischen Staat gegangen wäre.

Nun konnte, aufgrund von Recherchen im Auftrag der Philharmoniker, die Kunsthistorikerin Sophie Lillie die Provenienz klären. Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg: "Die Restitution dieses Bildes ist uns ein besonderes Anliegen. Wir sind seit vielen Jahren bestrebt, die Vergangenheit der Philharmoniker aufzuarbeiten und stellen uns unserer Verantwortung, historisches Unrecht wiedergutzumachen." Weitere Forschungen zur Provenienz etwa von Instrumenten hätten bislang keinen Hinweis auf unrechtmäßigen Besitz ergeben, würden aber systematisch fortgesetzt.

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