Rapper DMX died

© EPA / RAFAL GUZ

Kultur
04/09/2021

Rapper DMX nach Herzanfall gestorben

Der Künstler war Anfang April ins Krankenhaus gebracht worden - Ein Nachruf auf den einflussreichen Rapper.

von Philipp Wilhelmer

Nach Tagen künstlicher Beatmung nach einem Herzanfall ist US-Rapper DMX im Alter von 50 Jahren gestorben. Der Musiker wurde am Freitag in einer Klinik nördlich von New York für tot erklärt, wie seine Familie mitteilte. „Wir sind zutiefst traurig, heute bekannt zu geben, dass unser geliebter Mensch, DMX, gebürtig Earl Simmons, im Alter von 50 Jahren im White Plains Hospital mit seiner Familie an seiner Seite verstorben ist“, hieß es in einer Mitteilung, über die mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten.

Herzanfall

DMX war Anfang April nach einem Herzanfall ins Krankenhaus gebracht und seitdem auf der Intensivstation künstlich am Leben gehalten worden. Angaben zum Grund der Attacke waren zunächst nicht öffentlich geworden. Der Rapper wurde in den 1990er Jahren mit Hits wie „Party Up“ und „Get At Me Dog“ bekannt.

Nachruf

„Up in here, up in here“ – wer die Refrains von DMX erst einmal hörte, nickte automatisch mit dem Kopf und hatte fortan einen Ohrwurm mehr. Dark Man X, wie sich der Rapper auch nannte, raufte sich förmlich durch seine Reime. Seine Reibeisenstimme, die ständig in einem gepressten Stakkato Zeile nach Zeile zur Zuhörerschaft beförderte, war charakteristisch, eingängig und stets mit  rasant produzierten Beats hinterlegt. DMX war laut, prahlerisch (selbst für einen Rapper), authentisch und damit ikonisch. Das anfänglich zitierte „Party Up (Up in Here)“ war zudem der Soundtrack der legendären Chappelle-Show.

Durchbruch Ende der 90er

Sein Erfolg begann 1998, als er mit „It's Dark And Hell Is Hot“ seinen ersten Charterfolg hatte. DMX bellte förmlich von dem Album (die erste Erfolgssingle hieß passenderweise „Get at me dog“).

Seine düsteren Erzählungen über das Leben im Ghetto waren anhand eigener Erlebnisse  aus seiner Jugend in Yonkers, New York hergeleitet. DMX wurde damit eine  wichtige Stimme in der kulturellen Selbstbehauptung der afroamerikanischen Jugend, zumal er damit extrem erfolgreich war. Seine Gangster-Geschichten setzten   ihn Ende der 90er auf die Landkarte – mit Nachdruck:   Als erster Künstler überhaupt schaffte er es mit fünf Alben auf Platz eins der amerikanischen Billboard Charts.

Problematischer Charakter

Erfolg hin, Bühnenpräsenz her: DMX, der im bürgerlichen Leben Earl Simmons hieß, blieb ein problematischer Charakter mit Hang zur Selbstzerstörung. Er hatte sein Leben lang mit Drogenproblemen zu kämpfen, war bipolar und hatte zahlreiche Traumata aus seiner Kindheit zu verarbeiten.

Crack rauchte er das erste Mal mit 14 Jahren, erzählte er. Gesundheitliche Probleme hatte er schon als Kind: Starke Asthmaanfällen machten ihn zum Dauergast in Spitälern. Auch 2016 war er in Folge von Atemproblemen leblos gefunden worden.
Im absoluten Kontrast zu seinen aggressiven Posen als Künstler bezeichnete DMX sich als tief gläubiger Christ. Nach eigenen Angaben las er täglich die Bibel.

Seine charismatische Persona machte ihn auch in Hollywood zu einer nachgefragten Figur. Gemeinsam mit den Rappern Nas and Method Man war er im Gangsterfilm „Belly“ (1998) zu sehen. 2000 folgte der  Actionstreifen “Romeo Must Die“  mit Jet Li und Aaliyah. Mit Steven Seagal drehte er „Exit Wounds“ (2001).

Die Hip-Hop-Welt trauerte am Freitag um einen ihrer Leitsterne. DMX hinterließ Zeilen wie diese: „All I know is pain, all I feel is rain/How can I maintain with that shit on my brain“.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.