Kultur 16.05.2018

Cannes: Premiere von "Han Solo: A Star Wars Story"

Chewbacca (li.) mit Woody Harrelson (Mitte) und Alden Ehrenreich © Bild: Festival de Cannes

„Han Solo: A Star Wars Story“ liefert solides Fan-Service mit charmantem Alden Ehrenreich in der Hauptrolle.

Han Solo: A Star Wars Story“ gibt Antworten auf Fragen, die gar nicht gestellt wurden. Zum Beispiel, wie Han zu seinem Nachnamen kam: „Wie heißen Ihre Eltern? – „Habe ich keine. Ich bin allein. Ich bin Solo.“

Dass die erste Begegnung zwischen Han Solo und seinem haarigen Wookiee-Freund Chewbacca recht schlammig verläuft, ist neu, ebenso wie die genauen Umstände, unter denen Han sein Schiff, die Millennium Falcon von Lando Calrissian beim Kartenspiel gewinnt.

Tatsächlich verlief die Produktionsgeschichte von „Han Solo“ desaströs: Zur Halbzeit wurden die beiden Regisseure Phil Lord und Chris Miller („The LEGO Movie“) gefeuert, Hauptdarsteller Alden Ehrenreich kam angeblich mit seiner Rolle nicht zurande. Diesen Widrigkeiten zum Trotz, lieferte Regie-Veteran Ron Howard nun mit seinem Spin-off ein energisches Action-Spektakel mit solidem Fan-Service und einem weitgehend charismatischen Schmunzel-Helden.

Schmunzel-Held

Alden Ehrenreich als Prequel zu Harrison Fords Han Solo besticht mit verschmitztem Grinser im Gesicht, wenngleich er anfangs damit kämpfen muss, von seiner Umgebung ernst genommen zu werden („Sei still, jetzt sprechen die Erwachsenen“). Sein Versuch, mit seiner Freundin Qi’ra (Emilia Clarke) vom Heimatplaneten Corellia zu entkommen, gelingt ihm, aber Qi’ra muss zurück bleiben.

Der unglückliche Han heuert daraufhin bei der Imperialen Armee an, um die Pilotenausbildung zu absolvieren. Doch auch das geht schief, und zuletzt schließt er sich einer Gaunertruppe unter der Führung von Beckett (Woody Harrelson) an – und überfällt mit ihnen einen Zug mit kostbarem Raumschifftreibstoff.

Nach einer etwas hyperaktiven ersten halben Stunde, nebelt sich die Action in großteils düster-dreckigen Kampfszenen mit anständigen Spezialeffekten ein. Ein Höhepunkt ist der Zugüberfall, bei dem ganze Gebirgszüge (übrigens die Dolomiten) in die Knie gehen.

Zwar will die Liebesgeschichte von Han und Qi’ra keine besonders erotischen Funken schlagen; dafür verläuft die Begegnung mit Lando witzig: Donald Clover amüsiert als flamboyanter Spieler und führt eine interessante Beziehung zu seiner Droidin L3-37. Der Humor bleibt jedenfalls jugendfrei, und die Macht – kommt kein einziges Mal zum Einsatz.

 

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( kurier.at , Sei ) Erstellt am 16.05.2018