Elena Wolff, Lara Sienczak, Maria Hofstätter, Sonja Romei und Christina Scherrer.

© Bettina Isabella Zehetner

Kritik
01/12/2022

Pop-Feminismus und leise Zwischentöne im Kosmos Theater

"Mit freundlichen Grüßen eure Pandora" ist ein flotter Abend, ein Plädoyer für Zwischentöne.

von Marco Weise

Das Kosmos Theater in Wien ist ein feministische Bühne. Und dementsprechend geht es in den Stücken auch zur Sache. „Mit freundlichen Grüßen eure Pandora“ von der deutschen Autorin Laura Naumann macht da keine Ausnahme. Ihr Wunsch: „Erziehen wir einfach alle Kinder zu Menschen.“ Keine schlechte Idee.

Pädagogisch wertvoll ist auch der Inhalt ihres Stücks, das am Dienstag Premiere feierte. Darin fordert sie nämlich, was längst selbstverständlich sein sollte: Gleichberechtigung – und das auf allen Ebenen.

Vorgetragen werden die Forderungen aus (radikal) weiblicher Perspektive: Stakkatoartig präsentieren die Schauspielerinnen Sonja Romei, Christina Scherrer, Lara Sienczak, Elena Wolff und Maria Hofstätter die Analysen über das Patriachat, was zu guten, aber auch weniger guten Momenten führt. Gut ist das Stück dann, wenn es auf der Bühne subtil, leise und zärtlich wird, sich das Ensemble gegenseitig trägt, witzelt, sich austauscht – etwa über sexuelle Belästigung, Machosprüche, traditionelle Geschlechterrollen, Bart- und Achselhaare. Eine Welt ohne Männer ist zwar eine Option, aber keine Lösung, ist ein Fazit. Viel wichtiger sei die Auflösung des Mann-Frau-Auseinanderdividierens. Wir alle sind Menschen. Und wollen deshalb auch gleich behandelt werden. Basta!

Noch bis 29. 1. im Kosmos Theater.

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