Beziehungskrieg bricht aus: Zendaya und John David Washington streiten sich heftig in „Malcolm & Marie“

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Kritik
02/20/2021

Netflix: In der Pärchenhölle pur

Gedreht im Lockdown, erzählt „Malcolm & Marie“ von einer Beziehungsnacht in der Krise. Charismatisch: John Denzel Washington und Zendaya

von Alexandra Seibel

Es war die Corona-Pandemie, die den Anstoß zu den Dreharbeiten von „Malcolm & Marie“ gab. Oder, genauer gesagt, es war Zendaya.

Zendaya spielt die Hauptrolle in der HBO-Serie „Euphoria“, deren zweite Staffel aufgrund von COVID-19 nicht weitergedreht werden konnte. Um sich selbst und dem Filmteam die Arbeitslosigkeit zu ersparen, überzeugte Zendaya den Regisseur, Drehbuchautor und Showrunner der Serie, Sam Levinson, einen Film zu konzipieren, den man auch in Zeiten des Lockdowns drehen konnte.

Levinson, Sohn von Oscar-Preisträger-Regisseur Barry Levinson („Rain Main“), schrieb daraufhin für zwei Schauspieler ein dichtes Pärchen-Drama, das während einer Nacht in einem Haus stattfindet – und nannte es „Malcolm & Marie“ (abrufbar auf Netflix). Zendaya übernahm die Rolle der Marie, während John David Washington („Tenet“) – Sohn von Denzel Washington – die Rolle des Malcolm übernahm. Für ein 2,5-Millionen Dollar-Budget wurde – übrigens in wunderschönem Schwarz-weiß – in einem stilvollen kalifornischen Designer-Haus gefilmt, das sich gut vom Rest der Welt abschotten ließ. Die Dreharbeiten fanden im Juni letzten Jahres statt – und damit war „Malcolm & Marie“ das erste Filmprojekt, das während der Pandemie entstand.

Krank wurde niemand.

Kongenial überträgt sich die Klaustrophobie der Dreharbeiten auf eine verglimmende Liebesbeziehung, die in einem fürchterlichen Streit noch einmal helle Flammen schlägt. Pärchenhölle pur ergibt sich an einem Abend, der eigentlich zum Feiern gedacht war.

Malcolm und Marie kommen von einer Premieren-Party zurück, in der Malcolms neuer Film abgefeiert wurde. In seiner Rede vor dem Publikum bedankte er sich bei Gott und der Welt, vergisst aber seine Freundin Marie, deren Schicksal – sie war früher drogenabhängig – er im Film verbraten hat.

Selbstverliebt

Marie ist wütend. Während Malcolm selbstverliebt durch’s Haus tigert und euphorisch Drinks eingießt, zieht sie eine Schnute. Es dauert eine Weile, bis Malcolm den Grund ihres Ärgers herausgekitzelt hat. Doch dann geht es wild zur Sache. Die beiden brüllen sich abwechselnd an – und streifen dabei gewichtige Themen: Wie sieht das Verhältnis zwischen Leben und Kunst aus? Welche Verantwortung hat der Regisseur gegenüber seiner „Muse“? Welche Rolle spielen Politik und Hautfarbe beim Filmemachen – und bei der Filmkritik?

Beantwortet wird von diesen Fragen leider keine, weil Sam Levinson in erster Linie daran interessiert ist, Reizwörter in den Ring zu werfen, in denen sich die beiden Schauspieler verbeißen können. John David Washington hat dabei die nicht immer dankbare Aufgabe, sich unglaublich in Rage reden zu müssen und damit sich selbst, aber auch sein Publikum zu erschöpfen.

Zendaya übernimmt den verhalteneren Part und profiliert sich souverän in ihrer ersten, dramatischen Hauptrolle. Charismatisch und blendend, sind die beiden Schauspieler der beste Grund, sich „Malcolm & Marie“ anzusehen.

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