Die Stadt Wien im Weltkino
Von den vielen kulturellen Veranstaltungen, die im Rahmen des Festivals "Vienna – City of Dreams" gerade in New York stattfinden, ist diese eine der renommiertesten: Anlässlich des 50-Jahr-Bestandsjubiläums des Österreichischen Filmmuseums werden im Museum of Modern Art (MoMA) bis 20. April 70 Werke mit Wien-Bezug gezeigt. Eine fast zweimonatige Präsenz in einem der wichtigsten Museen der Welt – das ist für den Chef der Wiener Institution, Alexander Horwarth, zweifellos Grund, "total stolz" zu sein.
Entschleiert
Eröffnet wurde die Ausstellung gestern mit dem Film "Stadt ohne Juden" von Hans Karl Breslauer, basierend auf dem Roman von Hugo Bettauer, der schon Anfang der 1920er-Jahre ganz philosemitisch (und leider antizipatorisch) zeigte, wie schrecklich ein Leben ohne Juden in dieser Stadt sei. Selbstverständlich stehen Klassiker wie "Der dritte Mann" auf dem Programm. Von Michael Haneke werden "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" gezeigt, auch "Nordrand" oder "Eyes Wide Shut" sind zu sehen.
Das Jubiläum des von Peter Konlechner und Peter Kubelka gegründeten Filmmuseums wird auch in Österreich intensiv gefeiert. Es gibt u. a. DVD-Publikationen und Filmpatenschaften für Ankäufe von Originalkopien oder Restaurierungen, die sehr erfolgreich laufen.
Horwath wird in der Nacht auf Montag im ORF auch die Oscar-Verleihung kommentieren. Sein Wunsch: "Dass die radikale, scharfe Satire ,Wolf of Wall Street‘ gewinnt. Ich rechne aber eher damit, dass ,American Hustle‘ bester Film wird." Was den besten Schauspieler betrifft, würde er es sowohl Leo DiCaprio als auch Bruce Dern ("Nebraska") besonders gönnen.
Kommentare