Impulsgeber und Echokammer: Das Weltmuseum 2026
Claudia Banz, seit Februar 2025 Chefin des Weltmuseums Wien, setzt 2026 ihre Mission fort, das einstige Völkerkundemuseum zu einem „postethnologischen“ Museum zu machen: Besonders die Verzahnung der Bestände mit zeitgenössischer Kunst soll das Haus zu einem „Versuchslabor“ und einem Impulsgeber für gegenwärtige Diskurse machen.
Langzeitbeobachter werden Echos von der anderen Seite des Rings vernehmen: So gastiert ab Februar das „Regenerative Design Lab“ der Angewandten im Haus, um anhand von Museumsobjekten Ideen für weltverträgliche Lebensstile zu entwickeln.
Leiter des Lehrgangs ist Harald Gründl vom Trio EOOS, das lange Zeit stark an das MAK angedockt und – neben einer Einzelschau 2015 – auch im dortigen „Design Lab“ und der dort entwickelten „Vienna Biennale“ wiederholt präsent war. Für deren Nachfolgeveranstaltung, die Klimabiennale, holt Banz das Kollektiv Superflux ins Haus, das 2021 eine Auftragsarbeit im MAK realisiert hatte. Unter dem Titel „Craftocene“ geht es nun ab 3. 3. um Handwerk und Ökologie.
Ab 3. Juni zeigt das Museum digitale Cartoons aus Korea („K-Toons“). Unter dem Arbeitstitel „Blutregen“ soll sich ab 30. September eine Schau mit „Fotografie und Waffenhandel“ befassen – und exotisierenden Bildern Fakten gegenüberstellen. Es sei aber „dezidiert keine Ausstellung über Waffen“, betonte Banz.
Eine solche gibt es in der ebenfalls in der Neuen Burg beheimateten Hofjagd- und Rüstkammer. Und Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM-Verbands , sieht in der Weltmuseums-Präsentation einen Schritt, um Bezüge zwischen den Sammlungen herzustellen.
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