Mozartwoche in Salzburg: Im Zentrum der aufblühenden Romantik
Begeistertendas Publikum: Die Pultdebütantin Karina Canellakis (li.) und Geigerin Maria Dueñas.
Es ist der Eindruck der unwiderstehlichen, fast einlullenden Suggestion, der Inbegriff der geigerischen Verführung, der den hohen Beliebtheitsgrad des einzigen Violinkonzertes in e-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy erklärt. Und es wirkt umso mehr, wenn es so gespielt wird, wie von Maria Dueñas bei der Mozartwoche im Großen Festspielhaus: Auch wenn sie manchmal etwas an Präsenz vermissen ließ und ihr manche Töne gar zu zart gerieten, so traf die erst 23-jährige spanische Geigerin, zweifellos eine der interessantesten Nachwuchskünstlerinnen, bei ihrem Mozartwochendebüt auf ihrer edlen Nicoló-Gagliano-Violine fast genau diesen Sehnsuchtston.
Sie wusste auch die fließenden Melodieführungen mit betörendem Ausdruck und mannigfaltigen Abstufungen, wunderbarer Tonreinheit, hohen technischen Standards zu musizieren. Den delikaten Orchestersatz breiteten ihr die Wiener Philharmoniker unter der Pultdebütantin Karina Canellakis als farbigen Klanggrund aus.
Jubel!
Maurerische Trauermusik
Zuvor erklang noch die hochromantisch, fein aufgefächert musizierte Konzertouvertüre „Ein Sommernachtstraum“ vom gleichen Komponisten. Natürlich durfte bei diesem Konzert der Genius Loci nicht fehlen: Und so erklangen würdevoll die „Maurerische Trauermusik“ wie auch reich differenziert die Ouvertüre zur Oper „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart.
Es heißt, dass das vom Komponisten geforderte Tempo des letzten Satzes jedes Ensemble an seine spielbaren Grenzen zu bringen vermag. Nicht so die Wiener Philharmoniker, denn diese konnten unter der stets animierenden US-Dirigentin das Finale von Ludwig van Beethovens 2. Symphonie hochvirtuos musizieren. Auch sonst erklang das Werk, das immer im Schatten der großen Symphonien stand, mit vielen Schattierungen im Kopfsatz wie auch im geistreichen, schnellen Scherzo. Dem kantablen Larghetto, der weitausschwingende Ruhepol des Werkes, fehlte es nicht an Seele.
Großer Jubel!
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