Stolze Skifahrernation: Szene aus der Dokumentation „Heimkehr und Aufbruch“, die am 7. Mai zu sehen ist.

© ORF/New England Ski Museum

Kultur Medien
04/29/2020

ORF-Schwerpunkt 75 Jahre Kriegsende: Selbstbehauptung der Nation

75 Jahre Kriegsende. ORF 2 hat ein umfangreiches Paket geschnürt. Der Auftakt ist heute

von Philipp Wilhelmer

Rot-Weiß-Rot hat dieser Tage wieder besondere Bedeutung. Die Zeit, in der die österreichische Fahne neu gehisst werden konnte, ist erst 75 Jahre her – davor lagen Trümmer, Verderben, Vernichtung und Menschenhass im NS-Terrorregime.

ORF 2 hat zu dem Jubiläum zahlreiche Dokumentationen, Diskussionsreihen und Filme programmiert und produziert. Der Auftakt erfolgt heute, Mittwoch, um 22.30 Uhr mit dem berührenden Porträt der Stiefschwester Anne Franks. Die Doku „Das Mädchen, das überlebte“, erzählt die herzzerreißende Geschichte der Eva Geiringer.

Sie war neun Jahre alt, als sie nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich mit ihren Eltern in die Niederlande fliehen musste. Im Mai 1940 marschieren die Nazis ein und die Familie versucht die Kriegszeit als U-Boot zu überleben – vergeblich: Am 11. Mai 1944, an Evas 15. Geburtstag, stürmt die Gestapo das Versteck der Familie Geiringer, einige Wochen später wird Anne Franks Familie gefasst.

Deportation

Beide Familien werden zuerst in das niederländische KZ Westerbork und von dort in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort angekommen, wird Eva in ihrem Geburtstagskleid von KZ-Arzt Josef Mengele an der Rampe zum Arbeitsdienst selektiert.

Ihr Vater sagt beim Abschied: „Gott wird dich beschützen, Eva!“ Der Vater und ihr Bruder werden später in das KZ Ebensee deportiert und dort knapp vor Kriegsende umgebracht. Anne Frank stirbt Anfang 1945 gewaltsam in Bergen-Belsen.

Die Überlebenden der beiden zerstörten Familien bleiben beieinander: Eva wird mit ihrer Mutter im Jänner 1945 in Auschwitz von der Roten Armee befreit, ebenso Annes Vater Otto Frank, der einzige Überlebende der Familie Frank. Gemeinsam kehren sie nach Amsterdam zurück.

Dort heiratet Evas Mutter schließlich Otto Frank und hilft ihm, das Tagebuch Anne Franks herauszugeben. Jahrelang versucht Eva Geiringer, die traumatischen Erlebnisse ihrer Jugend zu verdrängen. Erst als ihre Töchter erwachsen sind, kann sie ihnen davon erzählen und ihre Geschichte niederschreiben. Ihre Bücher werden weltweite Bestseller.

Maikäfer flieg

Im Anschluss (23.30 Uhr) zeigt ORF2 den Spielfilm „Maikäfer flieg“ von Mirjam Unger, die den autobiografischen Kinderbuchklassiker von Christine Nöstlinger verfilmt hat. Er handelt vom Ende des Zweiten Weltkriegs und der Zeit der russischen Besatzung, gesehen mit den vorurteilsfreien Augen der zehnjährigen Christine.

Die Neuproduktionen

ORF 2 zeigt ab  heute, Mittwoch, sechs Neuproduktionen. Den Auftakt macht die  Doku „Das Mädchen, das überlebte“ (22.30 Uhr). Ein  „Österreich-Bild“ aus dem Landesstudio Tirol dokumentiert das „Ende des Schreckens – Die Befreiung Tirols 1945“ (3. Mai), am 5. Mai folgt „Wieder ein Mensch sein und nicht nur eine Nummer“. „Der Häftling und der Sohn des Lagerleiters“ (6. Mai) erzählt die Geschichte zweier Männer, die sich im KZ Gusen begegneten, und  „1945 – Heimkehr und Aufbruch“ (7. Mai) handelt vom  schwierigen Neubeginn.

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