Eigene erfolgreiche Großshow wie "9 Plätze - 9 Schätze" sind selten geworden im ORF

© ORF

Kultur Medien
11/19/2018

ORF-Unterhaltung: Fünf Bewerber für Chef-Posten

Hearing der Kandidaten findet am Mittwoch statt. Neu-Besetzung durch Ruhestand von Edgar Böhm notwendig.

von Christoph Silber

Es war die ORF-Show mit der stärksten Reichweite des Jahres: Am 26. Oktober verfolgten 915.000 Zuseher die Bundesländer-Show „9 Plätze – 9 Schätze“, was einem Marktanteil von 31 Prozent entspricht. Ein sehr guter Wert, der aber über eines nicht hinwegtäuschen kann: Die ORF-Unterhaltung, deren Chef Edgar Böhm mit Jahresende in den Ruhestand wechselt, steht vor ziemlichen Herausforderungen.

Am Mittwoch werden dazu mit einem Hearing vor Assessoren die personellen Weichen gestellt: In der überschaubaren, aber bunten Auswahl an Bewerbern findet sich sowohl welche aus dem ORF als auch von außerhalb: Aus der ORF2-Programm-Entwicklung ist als einzige Frau Doroteja Gradištanac, vormals Rošcic, mit dabei. Auch der frühere Salzburger Landesdirektor, Ex-„Daytime“-Chef und Erfinder von „Zauberhafte Weihnacht im Land der „Stillen Nacht“, Roland Brunhofer, wurde zur Bewerbung motiviert. Dazu kommt noch Florian Illich, der Leiter der ORF-Musikshows.

Von außerhalb des Öffentlich-Rechtlichen beworben haben sich der langjährige ATV-Geschäftsführer Martin Gastinger, dessen Programmschöpfungen fürs Privat-TV – „Teenager werden Mütter“, „So denkt Österreich“ – auch jenseits der Grenzen Erfolge haben. Ein Überraschungskandidat ist zudem Clemens Haipl, seines Zeichens Kabarettist, Schauspieler, Produzent und „Projekt X“-Legende.

Ein zweites Hearing vor den Mitarbeitern findet kommende Woche statt.

Auf die künftige Chefin oder den Chef kommt jedenfalls eine Menge Arbeit zu: Aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens gibt es kaum eigene große Shows mehr, sondern man setzt auf Co-Produktionen mit den deutschen Öffentlich-Rechtlichen. Eigene Show-Versuche wie „Meine Mama kocht besser als deine“ gingen zuletzt daneben. Dazu kommt, dass die ORF-Sender zwar gemeinsam segeln, aber jeweils ihre eigenes Zielgruppen-Profil entwickeln sollen - auch über Unterhaltungsformate, mit denen insbesondere eine jüngere Zielgruppe zu binden ist. Aus dieser Situation heraus wird in den Gängen des ORF-Zentrums auch darüber spekuliert, dass die Unterhaltungsabteilung geteilt und den jeweiligen Sendern zugeordnet wird.

Wann die Entscheidungen von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gefällt werden, ist noch offen. ORF-intern wird mit einem Zeitpunkt nach der letzten Stiftungsratssitzung am 13. Dezember gerechnet.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.