"Report"-Chef Wolfgang Wagner mit Moderatorin Susanne Schnabl.

© ORF/Hans Leitner

Kultur | Medien
05/16/2019

ORF: FPÖ muss "Report"-Chef Entschädigung zahlen

Gerichtsurteil wegen übler Nachrede. Mediensprecher hatte Wolfgang Wagner DDR-Methoden unterstellt. FPÖ beruft.

Die FPÖ muss dem ORF-Journalisten Wolfgang Wagner eine Entschädigung wegen übler Nachrede bezahlen. Im Februar hatte Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein dem "Report"-Chef vorgeworfen, "Gesinnungsjournalismus" zu betreiben und den "Report" mit der DDR-Sendung "Aktuelle Kamera" verglichen. Richter Stefan Romstofer sah den Tatbestand der üblen Nachrede am Donnerstag erfüllt und sprach Wagner 3.500 Euro Entschädigung zu. Die FPÖ berief.

 

"Nicht alles gefallen lassen"

"Die Meinungsfreiheit ist nicht grenzenlos", sagte ORF-Anwalt Gottfried Korn zum KURIER. Er begründete Wagners Klage so: "Er hat es einfach getan um aufzuzeigen, dass Journalisten sich nicht alles gefallen lassen müssen, wenn sie ihre Arbeit ordentlich gemacht haben." Im Falle der Rechtskraft werde der Journalist das Geld der Caritas spenden.

Van der Bellen-Interview als Anlass

Stein des Anstoßes war ein Interview mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen gewesen. Dieser war auf Staatsbesuch in Israel, Wagner befragte ihn hartnäckig zum schlechten Standing der FPÖ in dem Staat (die israelische Regierung weigerte sich bisher, FPÖ-Regierungsmitglieder zu empfangen). Jenewein attackierte den Journalisten am folgenden Tag via Aussendung und forderte eine "personelle Neuausrichtung" des ORF, was viele als direkte Drohung gegen missliebige Berichterstatter deuteten.