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Kultur Medien
06/10/2021

Neues von "Lucifer": Eine schrecklich göttliche Familie

Amazon Prime. Die sehenswerte neue halbe Staffel von „Lucifer“.

von Georg Leyrer

Gott ist nicht tot, aber er hat einen hinterfragenswerten Musikgeschmack: Mit zum Familienbesuch bei seinem nach oben gefallenen Sohn Lucifer Morningstar bringt er Hits der 1980er Jahre. So müssen bei der zweiten Hälfte von Staffel 5 (zu sehen auf Amazon Prime Video) der Teufel, seine große Liebe, deren Ex-Mann und einige Footballspieler zu Queen-Musik tanzen. Und es wird noch eigenartiger.

„Lucifer“ ist leichte Streaminglektüre – und damit hochwillkommen. Nach einigen tausend Jahren hatte der Teufel genug von der Hölle, zog nach L. A., verliebte sich dort und löst seitdem Kriminalfälle, emotionale Verwicklungen und das eine oder andere alte Drama der eigenen Familiengeschichte (ja, die mit Engeln, Adam und Eva, ewiger Verdammnis und so).

Nun ist die finale Staffel 6 in Sichtweite (wohl zu Weihnachten). Und davor werden noch große Schlusserzählungen aufgebaut. Wer etwa glaubt, dass die letzte Bundespräsidentenwahl etwas verkniffen war, wird hier drei Ebenen weiter oben eines Besseren belehrt. Denn Gott (gespielt von Dennis Haysbert) mag bei seinem Besuch auf der Erde nicht nur sein Enkerl kennenlernen (richtig gelesen), sondern auch über die Zukunft des Familienunternehmens sprechen. Und da wird es in jeder Familie problematisch.

Großes Drama

Rundherum gibt es neue Mordfälle für Lucifer (Tom Ellis) und Detective Chloe Decker (Lauren German), Beziehungsprobleme aller Art und, am Schluss, großes Drama.

Das könnte natürlich insgesamt großer Topfen sein.

Ist es aber nicht, im Gegenteil. „Lucifer“ tänzelt an der feinen Linie zwischen konventioneller Liebesserie mit Schmäh und großer Welterzählung einem durchaus vielversprechenden Gesamtresümee entgegen: Der Teufel ist halt auch nur ein Mensch, aber ein lustiger.

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