Medienhaus empfiehlt Qualitätskriterien und Senat für Förderung
Dass die Medien in Österreich in der Krise sind, sieht man nicht zuletzt an den Arbeitslosenzahlen: Etwa 1000 Journalistinnen und Journalisten sind derzeit arbeitslos. Medienhäuser kämpfen mit der Abwanderung der Werbegelder an große US-Konzerne. Medienminister Andreas Babler hat für eine Reform der Medienförderung eine wissenschaftliche Evaluierung bestellt. Im November 2025 wurde das Medienhaus Wien damit beauftragt, nun gibt es erste Ergebnisse.
Der vorläufige Bericht empfiehlt die Einrichtung einer neuen, dauerhaft bestehenden Journalismusförderkommission, die aus unabhängigen und politikfernen Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen medien- und journalismusbezogenen Fachkompetenzen und Expertinnen und Experten aus relevanten Institutionen zusammengesetzt ist. Die Kommission soll durch einen Senat besetzt werden. Politische Einflussnahme soll verhindert werden, da eindeutig unabhängige Behörden und Fachkommissionen die Förderung vergeben.
Keine „Gattungen“
Neu ist, dass bei der Beurteilung der Förderwürdigkeit auch Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Professionelle Qualitätsstandards für Journalismus, insbesondere die Einhaltung ethischer Grundsätze und anerkannter Richtlinien, sollen zu verbindlichen Fördervoraussetzungen werden. Der Selbstregulierung des Journalismus soll dabei eine zentrale Rolle in der Qualitätskontrolle zukommen. Die Qualitätskriterien sollen künftig in formal überprüfbare sowie inhaltlich zu bewertende Kriterien unterteilt werden. Zu den zentralen Schlüsselkriterien zählen Unabhängigkeit, Professionalität, gesellschaftliche Relevanz und verantwortungsvolles Handeln.
Zudem soll die Förderung „Journalismus und nicht einzelne Mediengattungen“ ins Zentrum holen.
Die Fertigstellung der wissenschaftlichen Analyse ist für Anfang April vorgesehen.
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