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LOL-Rückkehrer Elton: „Schade, dass man Sarah Engels fertiggemacht hat“

Der TV-Moderator im Interview über die schlimmsten Gegner bei „LOL“, Social Media für Kinder und über die negative Energie rund um den Eurovision Song Contest. Einen zweiten Versuch als ORF-ESC-Juror schließt er nicht aus.
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Bei „LOL – Last One Laughing“ ist bekanntlich Lachen für die Teilnehmer verboten. Nur wer nach sechs Stunden Drehzeit auf engstem Raum als letzter lacht (mit einem Freilacher), darf sich die gedachte Krone aufsetzen und 50.000 Euro für einen guten Zweck spenden. 

Für die diesjährige „verflixte 7. Staffel“ hat sich Prime Video etwas Besonderes einfallen lassen. Michael Bully Herbig legt in Folge 1 einen Rollenwechsel zum Kandidaten hin – und der Host heißt stattdessen Horst Schlämmer. Jene grunzende Kultfigur mit schlechtem Schnauzer und Arbeitskittel, die Hape Kerkeling  heuer aus der 17-jährigen Versenkung geholt hat (inklusive Kinofilm „Horst Schlämmer sucht das Glück“). Und das ist  hochriskant für die Lachmuskeln. Die weiteren Kandidat:innen der siebten Staffel sind Elton, Max Giermann,  Martina Hill, Michelle Hunziker, Carolin Kebekus, Barbara Schöneberger, Olaf Schubert sowie Torsten Sträter und Tedros „Teddy“ Teclebrhan.

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Einen Tipp erlaubte sich Schlämmer in Folge 1: Elton werde seiner Ansicht nach wohl nicht gewinnen. Der TV-Moderator bekam in Staffel 4 viel Mitleid, weil er von Kandidat Kurt Krömer oder von Kandidatin Hazel Brugger rasch als dankbares Humoropfer ausgemacht wurde und richtiggehend verfolgt wurde.

Elton sagt nun im KURIER-Interview: „Leiden musste ich auf jeden Fall!“ Und er sagte auch etwas über den ESC. Warum er es schade finde, dass Cosmó oder Sarah Engels schon im Vorfeld „fertig gemacht“ worden seien. Und er schließt nicht aus, seine kurzfristig ausgefallene ESC-Jurytätigkeit beim ORF nachzuholen.

Interview mit Elton zu „LOL“, Staffel 7: „Das ist eine Art Folter“

KURIER: Wie groß war zunächst einmal die Erleichterung, dass Kurt Krömer nicht dabei ist? 
Elton: (lacht laut auf): Die Erleichterung war sehr groß, aber wenn man dann sieht, wer alles dabei ist - ein Olaf Schubert oder ein Thorsten Sträter - das macht es nicht unbedingt einfacher. Das sind ja alle Wortakrobaten und das ist ja das Gefährliche dabei. 

Musste man Sie da dazu überreden, wieder mitzumachen? Wie ist es dazu gekommen? 
Eigentlich hatte ich nach dem ersten Mal gesagt, ich mache das nicht wieder, weil es tatsächlich sehr anstrengend ist. Das ist eine Art Folter, unter Anführungszeichen. Das Wort klingt fies, aber man darf einfach nicht lachen, obwohl man die ganze Zeit humoristischen Sachen ausgesetzt wird. Aber dann dachte ich mir: „Ach komm, jetzt weißt du ja wie der Hase läuft, versuch“ es doch einfach nochmal.„ Ich will nicht unbedingt sagen, dass es Spaß gemacht hat, aber es war ein bisschen spaßiger als beim ersten Mal, weil ich jetzt genau wusste, worauf ich mich eingelassen habe. 

Beim ersten Mal haben Sie es mit einer Defensivtaktik versucht und wollten sich aus der Affäre ziehen, aber das hat dann zum Gegenteil geführt zum Teil. Haben Sie das jetzt anders angelegt mit den Erfahrungen vom ersten Mal? 
Ich hatte natürlich ein paar Sachen für mich vorbereitet, um ein bisschen offensiver zu sein. Das Problem ist aber: Wenn ich selbst irgendwas mache, lache ich manchmal über das, was da gerade passiert, wenn etwas nicht ganz so funktioniert, wie ich das eigentlich wollte. Da hatte ich wiederum das Glück, dass sich alle anderen wieder vorgedrängelt haben und ihre Performance machen wollten, und ich das dann mehr oder weniger genießen konnte, was sie da performt haben. 

In einer Vorschau habe ich gesehen, dass Sie eine feuchte Trompete spielen ...
Also es ging halt um lustige Geräusche und da waren einige dabei. Das sollte man sich auf jeden Fall angucken. 

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TV-Moderator Elton.

Wer waren für Sie diesmal die härtesten Gegner?
Die härtesten Gegner waren tatsächlich Olaf Schubert und Thorsten Sträter. Am gefährlichsten bei LOL sind diese Zwischensequenzen. Wenn jemand eine Performance macht, dann ist das Ganze halb so schlimm, Wenn dieser Gong ertönt ist, wusste mein Gehirn: Aha, jetzt soll etwas Lustiges kommen und man kann so ein bisschen runterschalten. Das funktionierte tatsächlich relativ gut. Aber diese Geschichten dazwischen, wenn es dann halt zu einem Smalltalk kommt und du fast vergisst, dass du gerade in diesem LOL-Format bist, das ist das Gefährliche. Also du redest zum Beispiel mit Thorsten und der redet am Anfang normal, haut dann aber plötzlich etwas raus. Es sind diese zwischenmenschlichen Beziehungen während dieser Sendung, wo du dich noch mehr konzentrieren musst, aber ich habe das diesmal ganz gut hingekriegt. 

Wie war es diesmal mit Martina Hill, die Sie ja beim ersten Mal quasi eingeladen hatte? 
Zum Glück hat mich Martina in Anführungszeichen in Ruhe gelassen, sie ist ja auch eine Wortakrobatin und unfassbar lustige Comedienne. Möglicherweise hat sie da einen Mutterinstinkt, obwohl ich eigentlich älter bin, aber sie hat mich manchmal ein bisschen beschützt und das schätze ich sehr.

Diese Staffel war ja auch als Veteranenstaffel angekündigt. Ist das jetzt eine Ehre für Sie oder denken Sie sich: So alt fühle ich mich noch gar nicht? 
Das Komische ist, dass man jetzt auf der Straße von 20-Jährigen angesprochen wird, die sagen: “Ey Elton, Legende!„ Und dann denkst du dir: Im Prinzip bin ich jetzt schon in Anführungszeichen eine Legende, mit 55. Aber da kann man auch froh darüber sein, nicht alle Kollegen haben es so lange geschafft. 

Machen wir einen kleinen Schwenk zum ESC in Wien. Da konnten Sie ja beim ORF-Vorentscheid leider nicht anreisen, aufgrund des Schneechaos in Wien. Wie gefällt es Ihnen, dass die Wahl auf den Cosmó gefallen ist? Haben Sie das ein bisschen weiter verfolgt? 
Das ist noch immer Geschmackssache. Wie man ja von mir weiß, auch beim ESC-Vorentscheid 2025 mit Stefan, bin ich ja eher der, wo es ruhig ein bisschen rockiger und gitarrenlastig sein kann. Jeder Künstler hat seine absolute Berechtigung, dort aufzutreten. Und ich finde es total schade, dass man speziell jetzt in Deutschland Sarah Engels über Social Media so fertig gemacht hat: Von wegen “Du hast eh keine Chance, Deutschland wird doch eh Letzter, und was hat die denn für ein Outfit an? Den Song kennt man ja schon ...„ Leute, seid doch froh, dass wir jemanden haben, der für Deutschland oder für Österreich singt. Warum sagen die Leute nicht: “Pass auf, ich mag vielleicht den Song nicht, Aber ey, ich wünsch dir viel Erfolg“? Ich finde, dieses positive Denken fehlt den Menschen heutzutage und das finde ich echt doof. Man kann ja im Nachhinein sagen, warum man glaubt, dass es nicht geklappt hat, aber warum man einen Künstler oder eine Künstlerin schon vorher immer fertig machen muss, das verstehe ich einfach nicht. 

Eigentlich sollte es ja die Menschen einander näherbringen.
Ganz genau. Es ist im Prinzip ein Happiness-Ereignis, außer, wenn man an die Kosten denkt, dass es für manche ein teures Happening ist, gerade was den ORF angeht. Ich glaube, die sind überhaupt nicht begeistert, dass sie das wieder durchführen mussten. Aber im Prinzip ist es doch scheißegal, wer da gewinnt. Hauptsache ist, wir haben Spaß an der Show. Wir können darüber diskutieren, ob ein Auftritt lustig war oder kontrovers, das ging gar nicht. Es ist ein ernst gemeinter Spaß-Event und so sollte man das auch sehen. 

Könnte es sein, dass Sie das nachholen, falls es wieder eine ähnliche Show im ORF gibt?. 
 Ich sag jetzt mal nicht nein. Wenn mich die nächstes Jahr noch einmal fragen, guck ich mir das live tatsächlich sehr gerne an. 

„Social Media für Kinder so spät wie möglich“

Sie machen schon seit einigen Jahren „1, 2 oder 3 “. Merkt man bei den Kindern auch über die Jahre Veränderungen durch Social Media?
Zum Glück nicht. Also die Kids bei „1, 2 oder 3“ sind ja zwischen 9 und 12. Im Gegenteil. Die haben noch wirklich Lebensfreude. Und was tatsächlich schön ist: Die haben viel Respekt. Sie sind nett, freundlich und sie melden sich, wenn sie eine Frage haben. Die hauen nicht irgendetwas raus. Sie haben noch viele positive Eigenschaften, was das angeht. Ich weiß zwar nicht, ob man es wirklich per Gesetz durchsetzen kann, dass sie erst ab 16 Social Media nutzen, aber man sollte tatsächlich an die Eltern appellieren, ihren Kindern so spät wie möglich ein Smartphone zu geben, das sie in die Social-Media-Welt führt. Natürlich ist es heutzutage wichtig, mit dem Kind telefonieren zu können, oder zu wissen, wo das Kind ist, aber an Social Media sollte man das Kind so spät wie möglich heranführen.

Weil Sie vorher Ihren Legenden-Status angesprochen haben, da war doch auch die Show von Stefan Raab mitbeteiligt. Wie fanden Sie es jetzt, dass Sie wieder mit ihm zusammenarbeiten können, wenn auch nicht mehr bei ProSieben? 
Ach super! Stefan und ich verstehen uns wirklich sehr, sehr, sehr gut. Es war zwar überraschend, aber ich fand es total süß, dass Stefan mich angerufen hat, dass er das und das vorhat und was ich davon halte. Er hat mich sofort und komplett ins Boot geholt. Die Zusammenarbeit läuft echt gut. Ich kann ihm sagen, was mir nicht gefällt, er sagt mir: „Hör mal, das war vielleicht nicht so gut.“ Wir verstehen uns wirklich super und ich hoffe, das wird auch länger noch so bleiben. 

Danke fürs Gespräch. Bin schon gespannt, ob Sie bei „LOL“ viel leiden mussten. 
Leiden musste ich auf jeden Fall! (lacht)

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