Josef Hader als Sepp Ahorner mit seiner Mama (Erni Mangold).

© ORF/Felipe Kolm

TV-Tipp
12/19/2018

Landkrimi aus Oberösterreich: "Mehr Fleisch" im Mühlviertel

In Windhaag im Mühlviertel wird wieder ermittelt: „Der Tote im See“ (20.15/ORFeins) mit Josef Hader, Maria Hofstätter und Miriam Fussenegger.

von Marco Weise

Wer beim Autofahren nicht auf die Straße, sondern aufs Handy schaut, übersieht schnell einmal eine Kurve und landet im Acker.
Im besten Fall.
Im schlimmsten Fall übersieht man, wie Erich Dirnbacher (Fritz Karl), zwei Radfahrer und fährt einfach weiter. Aber dem schlechten Gewissen kann man nicht davonfahren. Es fährt am Beifahrersitz mit und frisst einen langsam, aber sicher auf.

So weit, so der Beginn des neuen, zweiten Landkrimis aus Oberösterreich. Danach macht Regisseur Nikolaus Leytner einen Zeitsprung nach vorne – und die Kamera richtet den Fokus auf eine im Wasser treibende Leiche. Bei dem Toten handelt es sich um Erich Dirnbacher, der, nach der eingangs erwähnten Fahrerflucht nicht nur mit schweren Depressionen, sondern auch mit Krebs in fortgeschrittenem Stadium zu kämpfen hatte.

Selbstmord? Vielleicht. Aber warum hat die Leiche eine Schusswunde im Bauch? Klären sollen das Grete Öller ( Maria Hofstätter), Kriminalbeamtin am LKA Linz, und ihre junge Kollegin Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger), die zum Fundort am Stausee Steyrdurchbruch geschickt werden. Die ersten Ermittlungen führen sie nach Windhaag – und direkt zum ehemaligen Polizisten Sepp Ahorner, der damals lange nach dem Fahrerflüchtigen, dem Mörder seiner Familie, gesucht hat, bis er wegen Arbeitsunfähigkeit in Frühpension geschickt wurde. Als er dazu befragt werden soll, ist er spurlos verschwunden. Und das macht verdächtig. Keiner weiß, wo er sein könnte. Auch seine Mutter Maria (Erni Mangold) hat keine Ahnung.

Blühend

„Der Tote im See“ ist – wie der Name schon sagt – die Fortsetzung des ersten Falls „Der Tote am Teich“, der 2015 ORF-Premiere hatte. „Das in so einem winzigen Ort wie Windhaag ständig Morde passieren, wäre ja keineswegs glaubwürdig. Aber in unserem Fall hat es wirklich Sinn gemacht, einen zweiten Teil im selben Umfeld zu drehen“, sagt Maria Hofstätter, deren Figur Greta Öller nun „mehr Fleisch auf den Knochen“ habe. „Im ersten Krimi waren wir ja rein die Ermittlerinnen, haben also einfach unseren Job gemacht. Diesmal haben wir mehr Persönlichkeit, mehr Charakter, mehr Ecken und Kanten. Man kann sich mit den Figuren emotional verbinden“, sagt Miriam Fussenegger .

Der zweite Landkrimi aus Oberösterreich unterscheidet sich vom ersten auch atmosphärisch, was unter anderem mit den äußeren Rahmenbedingungen zu tun hat, die bei den Dreharbeiten vorherrschten. Regierte bei „Der Tote am Teich“ noch Haubenwetter, also Schnee und Eis, so ist man nun mit einer blühenden Mühlviertler Landschaft konfrontiert.

„Der Tote im See“ (heute, Mittwoch, um 20.15 Uhr in ORFeins) atmet viel Lokalkolorit (Provinz ist hier nicht nur Kulisse) und lebt von der Sprache der Region. Klischees werden dabei kaum bedient: Regisseur Nikolaus Leytner hat darauf geachtet, dass alles normal wirkt – so wie es eben ist. „Im Mühlviertel rennt nämlich niemand die ganze Zeit in Tracht herum“, sagt die gebürtige Linzerin Maria Hofstätter.

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