Der Bruder ist schuld: Wesley Snipes und Kevin Hart geraten in gemeinsame Schwierigkeiten („True Story“)

© netflix

Mini-Serie
11/30/2021

Kevin Harts "True Story": Die Straßen von Philadelphia

Star-Comedian Kevin Hart ist auf Netflix in „True Story“ zu sehen

von Philipp Wilhelmer

Es gibt wenige Dinge, die gerade „hotter“ sind als amerikanische Stand-up-Comedians. Gefüllte Hallen, teuer gekaufte Specials für Streamingdienste, Podcasts ...

Die Liste der Stars ist lang. Und einer der unbestrittenen Könige des Genres ist der 42-jährige Kevin Hart. Er hat es in den vergangenen 20 Jahren zu Weltruhm und respektablem Wohlstand gebracht – nicht zuletzt durch zahlreiche Auftritte in Kinofilmen. Nun tritt er gemeinsam mit einem ehemaligen Superstar des US-Kinos, Wesley Snipes, erstmals in einem TV-Drama auf.

Und er spielt zu großen Teilen sich selbst, beziehungsweise einen Charakter, den man mit Hart verwechseln könnte: „True Story“ heißt der doppelbödige Titel der Netflix-Produktion, in der Hart den Star-Komiker „Kid“ gibt, der während eines Aufenthalts in seiner Heimatstadt Philadelphia auf seinen nichtsnutzigen Bruder Carlton (Wesley Snipes) trifft. „Kid“, der es aus eigener Kraft bis ganz nach oben geschafft hat, wird dabei mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Carlton hat schon wieder ein Restaurant in die Pleite gewirtschaftet und braucht wieder einmal Geld von seinem kleinen Bruder. Und überhaupt: Davor wird gefeiert, Alkoholentzug hin, Vorsätze her. „Kid“ macht mit.

Dabei trägt er die Last des Millionärs aus kleinen Verhältnissen: Tief sitzt das Bewusstsein dafür, dass alles nur von ihm abhängt und eine mittelgroße Firma im Hintergrund am Laufen hält: Scheitert „Kid“, scheitert alles. Gleichzeitig will er sich nicht die Blöße geben, in seiner Heimatstadt als abgehobener Snob dazustehen. Es wird also gesoffen, eine junge Frau ins Hotelzimmer mitgenommen und von da an nimmt alles seinen üblen Lauf.

Melancholie

Hart spielt eine sehr selbstreflektierte, stets melancholische Version seiner selbst. Zu lachen gibt es wenig, vielmehr öffnet er einen Blick in den Maschinenraum des Comedy-Großmeisters: Die Punchlines werden vom Team zugeliefert und für gut oder schlecht befunden, die eigenen Gags probiert „Kid“ in einem Telefonat mit seiner Ex-Frau aus. (Auch im echten Leben ist Hart geschieden, auch kommt er aus Philadelphia, auch hat er einen Bruder).

Die Serie kippt in der ersten Folge ins Dramatische und zeigt, wie dünn das Eis eines schwarzen Künstlers sein kann, sobald eine Sache schief geht. Und welchen Preis der Selfmademan dafür bereit ist, zu zahlen.

Neben den beiden Hauptdarstellern hat vor allem ein Name mit der Qualität der Serie zu tun: Als Showrunner fungierte Eric Newman, der sich bereits mit „Narcos“ und „Narcos: Mexico“ einen Namen gemacht hat. Er versteht sein Handwerk. Der einzige Makel: Die Geschichte wäre sicher auch in einem kürzeren Format als den vorliegenden sieben Folgen abhandelbar gewesen, aber das gehört zu den Gesetzmäßigkeiten der Streamingwelt: Mehr ist in diesem Falle immer mehr, schließlich erhöht das die Nutzungsdauer auf den einschlägigen Portalen.

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