Als neue Hauptkommissare im Einsatz (v. li.): Daniel Sträßler gibt Adam Schürk und Vladimir Burlakov als Leo Hölzer

© SR/Manuela Meyer

Kultur Medien
04/13/2020

Frisches "Tatort"-Team mit dunkler Vergangenheit

Mit Vladimir Burlakov und dem in Salzburg ausgebildeten Daniel Sträßer wartet der neue Saarländer-"Tatort" mit jungen Gesichtern auf

von Christoph Silber

Unbeschwert geht anders. Als sich die beiden Hauptkommissare Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) und Adam Schürk (Daniel Sträßer) nach 15 Jahren treffen, liegt eine ungeklärte Vergangenheit zwischen und ein unaufgeklärter Mordfall vor ihnen. Die Ermittlungen in einer Unternehmerfamilie, die vom Patriarchen mit Härte geführt wird, katapultiert die beiden jungen Männer immer wieder zurück in ihre Kindheit und zu jenem Geheimnis, das sie bis heute begleitet.

So geht es in ihrem ersten Fall „Das fleißige Lieschen“ (20.15, ORF2) um mehr als nur um Mord: Es dreht sich viel auch um Feigheit und Mut, Schuld und Unschuld, um Hass, Rache und Vergebung. Und um die Schatten der Vergangenheit.

Die unterschiedlichen Erzählstränge und Handungsebenen sind in dem Film von Hendrik Hölzemann (Buch) und Christian Theede (Regie) geschickt miteinander verknüpft und es wird, das ist absehbar, noch viel zu erzählen geben von der alten und neuen Beziehung der beiden Kommissare.

Problemfälle

Die Nachfolger von Devid Striesow als „Tatort"-Figur könnten unterschiedlicher nicht sind: Schürk (alias Daniel Sträßer), mit seinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, ist zäh und eher rabiat. Er handelt impulsiv, ohne Wert auf mögliche Folgen zu legen.

Ihm gegenüber ist Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) ruhig und besonnen, ein Typ, der seine Gegenüber scannt, analysiert und dann zusammensetzt wie ein Puzzle. Der aber offenbar auch Probleme hat, das zu tun, was von einem Kripo-Partner in gefährlichen Situationen erwartet wird.

Oder, wie es Autor Hendrik Hölzemann formuliert: „Der eine ist Polizist, weil er eine Waffe tragen darf, der andere, obwohl er eine tragen muss.“

Zum neuen Team gehören auch noch Rechtsmedizinerin Dr. Henny Wenzel (Anna Böttcher) sowie die Hauptkommissarinnen Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer). Fehlen werden hingegen Saarländer Stereotypen wie Lyoner-Fleischwurst und Schwenker-Grill - und das soll so bleiben, wenn es nach Autor Hendrik Hölzemann geht.

Österreich-Bezug

Einen Österreich-Bezug hat das neue „Tatort“-Team auch zu bieten: Daniel Sträßer, 1987 in Völklingen geboren und 19 Jahre in der Nähe von Saarbrücken aufgewachsen, zog dann zur Schauspielausbildung nach Salzburg.

Mit seinem Kollegen, dem aus Moskau stammenden Vladimir Burlakov, hat er einiges gemeinsam: Beide wurden mehrfach mit Schauspielpreisen ausgezeichnet, sind 32 und leben in Berlin. Und Regisseur Christian Theede genießt es dementsprechend, „mit zwei jungen, hochmotivierten und guten Schauspielern“ zwei neue Charaktere zu entwickeln. „Das ist etwas ganz anderes, als zwei altgediente Schauspieler zu haben, die sagen: Ok, dann machen wir halt jetzt noch einen ,Tatort‘.“

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