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Kultur Medien

Fellner-Ausstieg aus ehemaliger Verlagsgruppe News wird verhandelt

Gläubigerbanken wollen 25-Prozent-Anteil verkaufen

von Philipp Wilhelmer

12/22/2022, 04:02 PM

Die Verlegerfamilie Fellner steht offenbar vor einem endgültigen Rückzug aus der von ihr gegründeten Verlagsgruppe News (heute: VGN). Laut Informationen des KURIER verhandeln die Gläubigerbanken der Verleger mit dem Mehrheitseigentümer Horst Pirker über eine Verwertung der Fellnerschen Anteile. Es handelt sich um eine sogenannte „entrechtete Beteiligung“ – sprich: Es gibt keinerlei Vertretung in den Gremien. Eine Anfrage bei Wolfgang Fellner blieb am Donnerstag unbeantwortet.

Wolfgang und Helmut Fellner sind über die „Medienprojekte und Beteiligung Gesellschaft m.b.H.“ zu etwa einem Viertel an der VGN beteiligt. Laut KURIER-Informationen versuchen die Gläubigerbanken Fellners nun, dieses Asset zu Geld zu machen.

Pirker verhandelt

Als Käufer steht eigentlich nur Mehrheitseigentümer Horst Pirker zur Debatte, weil es sich eben um eine „entrechtete“ Beteiligung handelt. In dieser Konstellation wäre man bei den Gewinnausschüttungen auf das wirtschaftliche Handeln Pirkers, der auch CEO ist, angewiesen. In einer derart gelagerten Konstellation gilt eine feindliche Übernahme als wenig probates Mittel. Pirker will dem Vernehmen nach kaufen, die Rede ist von „mehreren Millionen Euro“, die die Anteile wert sind. Einig ist man sich aber noch nicht.

Grundstein 1992 gelegt

Mit einem Ausstieg der Fellners wird ein großes Kapitel österreichischer Magazingeschichte enden, das vor drei Jahrzehnten begann: 164 Seiten, ein Kaufpreis von 20 Schilling und rund 100.000 Exemplare zum Start – mit diesen Eckdaten ging im Oktober 1992 an den Start. Mit aggressivem Marketing und boulevardesken Zuspitzungen setzte es sich rasch an die Spitze des Marktes.

Der Start von „News“ markierte die Geburtsstunde des dazugehörigen Verlags, der heute nur mehr VGN heißt. 2003 zogen sich die Fellners aus dem operativen Geschäft zurück. Mit dem Verkauf der Mehrheitsanteile finanzierten sie die Tageszeitung Österreich, die heuer einen Sanierer beigestellt bekommen hat. Der Verkauf des News-Anteils ist offenbar ein Baustein in der wirtschaftlichen Neuaufstellung der Verleger.

Mehrheitseigner Pirker seit 2016

Seit Anfang 2014 steht der ehemalige Styria-Manager Horst Pirker an der Spitze der VGN. Er stellte. „Format“ und fusionierte es mit dem „trend“ unter einer Dachmarke. Auch dem Monatstitel „First“ ging es an den Kragen. 2016 übernahm Pirker, der früher die Styria Media Group managte, auch die Mehrheitseigentümerschaft am Verlag.

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