Interne  Machtkämpfe im Medienunternehmen: Brian Cox als Logan Roy, Sarah Snook als seine Tochter Siobhan

© Die Verwendung ist nur bei redaktioneller Berichterstattung im Rahmen einer Programmankündigung ab 2 Monate vor der ersten Auss/HBO/Macall Polay

Streaming-Kritik
11/25/2021

"Succession": Nach „Vatermord“ gehen die Intrigen erst so richtig los

Brillante dritte Staffel „Succession“ auf Sky: Nach Kendalls Bruch mit dem Vater entzünden sich unter den Geschwistern die Intrigen

von Alexandra Seibel

Mit den Worten „Du bist kein Killer“ hat Logan Roy seinen ältesten Sohn Kendall geopfert. Denn nur wer ein Killer ist, darf die Nachfolge von Logan Roy – einem Medienmogul vergleichbar mit Rupert Murdoch – im familiären Medienkonzern Waystar Royco antreten.

Kendall ist kein Killer, also auch kein würdiger Nachfolger. Während einer Pressekonferenz soll er auf Befehl des Vaters die Schuld für einen vertuschten Skandal auf sich nehmen und eine Gefängnisstrafe riskieren. Doch Kendall dreht den Spieß um:

Vor laufender Kamera erklärt er, dass niemand anderer als Logan Roy für die Missbrauchsvorfälle auf den konzerneigenen Kreuzfahrtschiffen verantwortlich sei: „Mein Vater ist ein Tyrann und ein Lügner.“

Der Eklat ist perfekt, die Familie Roy in ihren Grundfesten erschüttert – und die zweite Staffel von „Succession“ fulminant zu Ende.

Dank Corona musste man auf die Fortsetzung von HBO’s mehrfach preisgekrönter Hit-Show länger als geplant warten, doch nun startet der machiavellische Machtreigen in die dritte Staffel (abrufbar auf Sky).

Pervers

Die Lust an „Succession“ bedeutet perverses Vergnügen. Die Serie „you love to hate“ ist bevölkert mit niederträchtigen Superreichen, denen man nicht im Mondschein begegnen möchte. Und doch folgt man gebannt ihren Intrigen, Gehässigkeiten und emotionalen Showdowns.

Der Grund für den zwingenden Erfolg von „Succession“ liegt nicht nur in der exquisiten Besetzung und der exakten Milieu-Recherche in die Welt der Billionäre, sondern auch in der brillanten Dialogkomik. Nicht zufällig kommt der britische Serienmacher Jesse Armstrong vom Comedy-Fach und spickt die fiesen Konversationen seiner machtberauschten Unsympathler mit beißendem Witz. Als Inspirationsquellen dienen ihm die Financial Times ebenso wie Dostojewskis „Schuld und Sühne“.

Staffel 3 setzt exakt dort fort, wo Staffel 2 geendet hat: Kendall (Jeremy Strong) verlässt im Blitzlichtgewitter die schicksalsträchtige Pressekonferenz und springt mit seinem Team in die bereitstehende Limo. Doch bereits bei der ersten roten Ampel hat er ein wichtiges Mitglied seiner Unterstützer verloren. Der nicht sehr smarte „Cousin Greg“ („Greg, the Egg“) bleibt an seiner Seite und kontrolliert die Twitter-Reaktionen auf den medialen „Vatermord“ („Der Papst folgt uns! Äh, doch nicht der Papst, ein Papst“).

Im Windschatten des Zerwürfnisses bringen sich die anderen Geschwister als Retter und Nachfolger ihres Vaters in Stellung. Tochter Siobhan (Sarah Snook) setzt auf Frauenbonus, ihr Bruder Roman (bösartig-witzig: Kieran Culkin, Bruder von Macaulay) agiert aus dem Hinterhalt. Die Familienaufstellung der dysfunktionalen Mediendynastie geht weiter. Von ihren maßlosen Machenschaften shakespearianischen Ausmaßes kann man gar nicht genug kriegen.

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