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Kultur Medien
09/24/2021

Aniston und Witherspoon müssen zurück zum Corona-Start - in "The Morning Show"

Jennifer Aniston und Reese Witherspoon spielen für Apple TV+ wieder Moderatorinnen mit Mission und müssen dafür das Jahr 2020 nochmals durchleben.

von Georg Leyrer

Am Schluss der ersten neuen Folge niest eine Passantin – es war gerade Neujahr 2020 angebrochen – lautstark in die Liveübertragung der Silvesterparty hinein.

Oh nein, denkt man sich. Man weiß ja, wie das so weiterging mit Viren und dem Jahr 2020.

Und genau so geht es dann auch weiter in der zweiten Staffel von „The Morning Show“. Aber das vermaledeite Pandemiejahr 2020 ist nur der Hintergrund für ganz viel Newsroom-Drama im schlingernden US-Sender, dem sich die Serie mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon widmet.

Eisbrecher

In der ersten Staffel, in einer anderen Epoche, also 2019, gesendet, haben die beiden Stars Eisbrecher für Apple TV+ gespielt: Der neue Streamingdienst hat dringend große Namen in einem Hochglanz-Bewegtbildprodukt gebraucht, um im TV-Markt Fuß fassen zu können.

Also spielten die beiden zwei sehr unterschiedliche Moderatorinnen einer Morgen-Sendung. Die sind in den USA ganz anders als hier, aufwendig produziert, unerbittlich gut gelaunt, mit Wichtigkeit aufgeladen.

Da passt es ganz schlecht dazu, wenn der jahrzehntelange Star, gespielt von Steve Carrell, wegen sexueller Belästigung rausfliegt.

Aus diesem Schiffswrack mussten Alex (Aniston) und Bradley (Witherspoon) wieder eine schwimmfähige Show machen. Und am Schluss der Staffel – Vorsicht, Spoiler – versenkten sie sie dann mit neuen Anschuldigungen gegen noch größere Bosse vollständig.

Ähnliches steht offenbar auch diesmal bevor: Gleich zu Beginn wird, nach einer Rückblende und einer Kamerafahrt durch die Corona-leeren New Yorker Straßen, Sender-Chef Cory (Billy Crudup) rausgeworfen.

Warum, das erfährt man vorerst nicht; denn die neue Staffel spielt in den Monaten vor dieser Entlassung.

Ja, es ist vielleicht ein bisserl verwirrend.

Also, Rückblende nach der Vorausblende, und los geht es: Alex hat den Sender verlassen und schreibt ihre Memoiren, Bradley muss allein gegen sinkende Quoten kämpfen.

Viel Aufwand wird betrieben zu zeigen, welche altertümlichen Dampfschiffe die großen Fernsehsender sind. Ihre Ware – programmgebundenes Fernsehen – lässt sich immer schwerer an den Mann und die Frau bringen; und intern sind alte Garden an der Macht, die das Apple-TV-Login nur mit Hilfe des Enkerls finden würden.

Man könnte fast meinen, die Serie wird von einem jungen Konkurrenten zu diesen großen Sendern produziert. Ach stimmt, so ist es ja auch.

„Genießt es, eure Wandmalereien den letzten Höhlenmenschen zu zeigen, die immer noch reguläres Fernsehen schauen“, ruft Cory vor seinem Abgang.

Der ist der lebendigste (und auf gute Art irrste) Charakter der Serie, die ansonsten auf ausreichend unterhaltsame Art Abziehbilder von Medienfiguren aufeinander und auf aktuelle Themen loslässt. Und das mitten in eine Zeit hinein, die man lieber vergessen würde, in den Start der traumatischsten Pandemiemonate.

Das lohnt sich anschauen, allein deshalb, um zu sehen, wie Apple diese vielen Kurven so kratzt, dass man die neue Staffel am Schluss gerne gesehen haben wird.

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