Letztes Sundance-Festival in Utah vergibt Hauptpreis an "Josephine"
Regisseurin Beth de Araújo
Der Hauptpreis in der Sparte "U.S. Dramatic Competition" beim Sundance-Festival in Utah ist an das Drama "Josephine" von Regisseurin Beth de Araújo gegangen. Channing Tatum und Gemma Chan spielen ein Ehepaar, dessen achtjährige Tochter im Golden Gate Park in San Francisco Zeugin einer Vergewaltigung wird. Das Drama holte zudem den Publikumspreis. Das größte US-Filmfest für unabhängige Produktionen fand zum letzten Mal in Park City statt und übersiedelt nach Boulder/Colorado.
Doku über NATO-Übungsgelände
Zur besten US-Doku wählte die Jury den Film "Nuisance Bear" über einen Eisbären, dessen Lebensraum von Menschen immer mehr eingeengt wird. Der in den Bergen Montenegros gedrehte Film "To Hold a Mountain" erhielt die Auszeichnung in der Kategorie "World Cinema Documentary". Es geht um eine Schäferin und ihre Tochter, die sich dagegen wehren, dass die Bergregion zu einem NATO-Übungsgelände wird.
Der Film "Shame and Money" des im Kosovo geborenen und seit 1993 in Deutschland lebenden Regisseurs Visar Morina holte in der internationalen Wettbewerbssparte "World Cinema Dramatic Competition" den Grand-Jury-Preis. Der Film dreht sich um eine Familie aus dem ländlichen Kosovo, die nach dem Verlust ihres Lebensunterhalts in die Hauptstadt umzieht. Die Jury lobte Morinas Film als "kraftvolle und einzigartige Darstellung von menschlicher Würde" mit einem "tiefen Mitgefühl" für seine Figuren.
Abschiede
Die 42. Ausgabe stand im Zeichen des Abschieds von Festivalgründer Robert Redford und von Park City: das Sundance-Festival ist zum letzten Mal in dem Wintersportort im US-Bundesstaat Utah über die Bühne gegangen. 2027 verlegt es seinen Sitz nach Boulder im Nachbarstaat Colorado. Der Oscar-prämierte Regisseur und Schauspieler war im September im Alter von 89 Jahren gestorben. Redford benannte das Sundance Film Festival nach seiner Rolle des Sundance Kid im Film "Butch Cassidy und Sundance Kid", seiner Lieblingsfigur.
Tochter Amy Redford (55) zollte dem Hollywood-Star bei der Festivaleröffnung Tribut. Ihr Vater sei stolz darauf gewesen, dass das Festival so viele Talente gefördert habe. Heutige Regiegrößen, darunter Steven Soderbergh, Chloé Zhao, Paul Thomas Anderson oder Ryan Coogler, stellten in dem seit über 40 Jahren laufenden Sundance-Festival ihre Debütfilme vor.
Für viele kleinere Filme ist das Sundance-Festival ein Sprungbrett, um Verleiher und ein breiteres Publikum zu finden. 2021 holte etwa das Gehörlosen-Drama "Coda" die Spitzenpreise der Jury und der Zuschauer, später wurde "Coda" bei den Oscars als "Bester Film" gefeiert. Im vorigen Jahr gewann die beißende Kriegs-Satire "Atropia" den Hauptpreis.
Umzug nach Colorado
Das Festival hatte im vergangenen März den Umzug nach Boulder bekanntgegeben. Die Kleinstadt in den Rocky Mountains sei mit ihrer lebendigen Kunstszene der ideale Standort, teilte die Organisation damals mit. Boulder ist auch als liberale Universitätsstadt und für seine Tech- und Outdoor-Szene bekannt. Der kleine Ort Park City war dem jährlichen Ansturm von Filmtalenten, Besuchern und Presse mitten in der Skisaison laut Medienberichten nicht mehr gewachsen.
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