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"La Traviata" eröffnet die längste Opernsaison der Arena di Verona

103. Ausgabe lockt von 12. Juni bis 12. September mit dichtem Programm, Anna Netrebko tritt am 30. August in "Aida" auf
Roman amphitheatre Arena di Verona view, landmark in Veneto region of Italy

Mit einer neuen Inszenierung von "La Traviata" eröffnet die Arena di Verona am 12. und 13. Juni ihre diesjährige Opernsaison. Die Oper von Giuseppe Verdi, die vor 80 Jahren als erste Nachkriegsproduktion in der Arena gezeigt wurde, steht insgesamt 13 Mal bis zum Saisonabschluss auf dem Spielplan. Das Opernfestival läuft vom 12. Juni bis 12. September, so lange wie nie zuvor. Es umfasst insgesamt 53 Abende mit Opern, Konzerten und Tanzveranstaltungen.

Vorgesehen sind sechs Opernproduktionen sowie sechs Sonderveranstaltungen. Am 30. August tritt die austro-russische Sopranistin Anna Netrebko in der "Aida" auf. Aufgeführt werden im Laufe des Opernfestivals zwei verschiedene Produktionen von "Aida", darunter jene des legendären Opernregisseurs Franco Zeffirelli, sowie aktuelle Inszenierungen von "Nabucco" und "La Bohème". Außerdem steht "Turandot" zum 100. Jahrestag der Uraufführung auf dem Programm.

Zusammenarbeit mit Moulin Rouge in Paris

Zu den Starsängern, die im Sommer in der Arena auftreten werden, zählen neben Netrebko auch die Italiener Luca Salsi und Rosa Feola, Netrebkos Ex-Ehemann Yusif Eyvazov sowie der Italo-Franzose Roberto Alagna und der US-Tenor Brian Jagde. Für die Regie der Traviata zeichnet erstmals in Verona der schottische Regisseur Paul Curran verantwortlich. Seine Neuinterpretation verlegt die Handlung in das Paris der Belle Époque und in das Nachtleben von Montmartre zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Inspiration lieferte dabei auch der Film "Moulin Rouge" aus dem Jahr 2001, bei dem Curran lange mit Regisseur Baz Luhrmann zusammenarbeitete.

Die Produktion entsteht in Zusammenarbeit mit dem Moulin Rouge in Paris. Bühnenbildner Juan Guillermo Nova rekonstruiert dafür historische Elemente wie die berühmte rote Mühle und den legendären Elefanten des Kabaretts. Die Kostüme stammen von Stefano Ciammitti, der bereits die Schlusszeremonie für die Olympischen Spiele Mailand-Cortina in der Arena von Verona im vergangenen Februar ausgestattet hat.

Österreicher als treue Besucher

Arena-Intendantin Cecilia Gasdia, die seit 2018 die Stiftung der Arena führt, hofft auf großen, auch internationalen Zuspruch für ihr ambitioniertes Programm. Das Opernfestival in der Arena sei ein Magnet für Opernliebhaber auf der ganzen Welt. "60 Prozent aller Arena-Zuschauer sind Ausländer. Davon kommen die meisten aus dem deutschsprachigen Raum. Österreicher zählen zu unseren treuesten Zuschauern. Das Sommerfestival trägt auf entscheidende Weise zum Erfolg des Tourismus in unserer Stadt bei", berichtete Gasdia gegenüber der APA in Rom. Die 65-jährige Intendantin organisiert zum neunten Mal das Sommerfestival in der Arena.

Im Gegensatz zu den meisten italienischen Opernhäusern, finanziere sich die Stiftung der Arena von Verona zum Großteil selbst. Lediglich 30 Prozent der Ausgaben werden durch öffentliche Gelder gedeckt, erklärte Gasdia.

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