Kunstbiennale Venedig: Jury tritt zurück
Die Preisjury der Kunstbiennale von Venedig ist nur neun Tage vor der Verleihung zurückgetreten. Das berichtet die New York Times. Vorangegangen ist ein Streit um Teilnehmerländer.
Die Jury hatte bekanntgegeben, keine Künstler aus Ländern auszuzeichnen, deren Staatschefs vom Internationalen Strafgerichtshof untersucht würden. Obwohl die Jury keine Länder benannte, ist davon u.a. Israel und Russland betroffen.
Gegen diese Entscheidung hatte Israel protestiert. Die Kunstbiennale sei von einem "offenen Künstlerraum" zu einem "Spektakel falscher, anti-Israelischer politische Indoktrination" geworden. Italiens Kulturminister hatte Israel und dem teilnehmenden Künstler Belu-Simion Fainaru seine Unterstützung versichert.
In einer Mitteilung auf der Plattform X kritisierte das israelische Außenministerium den Ausschluss Fainarus als „Kontamination der Kunstwelt“.
Die Entscheidung der Jury war in den vergangenen Tagen bekannt geworden und hatte international für Diskussionen gesorgt. Kritiker sehen darin eine politische Instrumentalisierung einer der wichtigsten Kunstveranstaltungen der Welt. Die Biennale selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen, bestätigte aber den Rücktritt der Jury.
"In dieser Ausgabe der Biennale möchten wir unsere Absicht zum Ausdruck bringen, unser Engagement für die Verteidigung der Menschenrechte im Sinne des kuratorischen Projekts von Koyo Kouoh zu bekräftigen“, hatte die Jury zuvor erklärt.
Die Kunstbiennale von Venedig ist eine der bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst weltweit und findet alle zwei Jahre statt. Künstlerinnen und Künstler aus zahlreichen Ländern präsentieren dort ihre Werke, oft in eigenen nationalen Pavillons, während eine zentrale internationale Ausstellung von wechselnden Kuratoren organisiert wird. Die gezeigten Arbeiten reichen von Malerei bis hin zu Installationen, Video- und Performancekunst und spiegeln aktuelle Entwicklungen und Trends der Gegenwartskunst wider.
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