Das Stück zur Stunde: „Extrablatt! Extrablatt!“ im Theater Scala

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Bruno Max inszeniert das Stück "Extrablatt! Extrablatt!", das viele als Film mit Walter Matthau und Jack Lemmon kennen, im Theater Scala.

Während das Video von der Ermordung der Amerikanerin Renee Good in Minneapolis durch einen  ICE-Polizisten im Internet die Welt verstört, demonstriert Bruno Max in seinem Theater Scala in der Wiedner Hauptstraße, dass Behördenwillkür, auch mit tödlichen Folgen, in den USA nichts Neues ist. Denn auch darum geht es in seiner Produktion „Extrablatt! Extrablatt!“. Das Original „Front Page“ von Ben Hecht und Charles MacArthur wurde mit Jack Lemmon und Walter Matthau verfilmt. 

Kommunistenjäger

Max verlegt das Geschehen in das Pressezimmer eines Strafgerichts in Chicago des Jahres 1951 (Bühne: Marcus Ganser). Sheriff Hartmann (Robert Notsch) hasst Kommunisten und kann es nicht erwarten, den roten Earl Williams (Felix Frank) auf dem elektrischen Stuhl hinzurichten. Reporter vertreiben sich die Wartezeit mit Kartenspielen und geben am Telefon ihre Geschichten an die Redaktion weiter. 

Beklemmend?

Das ist alles, was diese Zeit von unserer Gegenwart trennt. Journalisten, die gegen das System auftreten, können jederzeit verhaftet werden. Hildy Johnson und sein Boss Walter Burns beim Examiner können mit solchen Geschichten ihre Seiten füllen. Das klingt alles beklemmend. 

Doch Max lässt das Stück sein, was es ist, eine Komödie mit Tiefgang. Das funktioniert so gut, weil er leichtgängig mit Klischees spielt und ein tolles Ensemble hat. Paul Barna ist eine Idealbesetzung für den besessenen Reporter Hildy Johnson, der für eine gute Story sogar seine Braut Peggy (Chiara Larson) vergisst. Er lässt die Freude spüren, die ein Journalist empfindet, wenn er eine gute Geschichte in die Schreibmaschine tippen kann. Alexander Rossi verkörpert glaubhaft seinen Chef. 

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