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Menschen, die auf Gebäude starren: Schau denkt Architekturfotografie anders

Künstler Thomas Demand bringt parallel zu einer Solo-Schau im MAK im Kunstraum „FJK 3“ Gebäude, Fotografie und Literatur zusammen.
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Eine Ausstellung über Architekturfotografie zu gestalten, habe ihn zunächst nicht so interessiert, sagt Thomas Demand. Doch der konsequent zwischen den Disziplinen denkende Künstler hat auch zur Architektur einen speziellen Zugang – und so ließ sich ein seit langem geplantes Projekt des Kunstraums Franz Josefs Kai 3 (FJK3) parallel zu seiner Ausstellung im MAK realisieren.

Demand suchte, vereinfacht gesagt, nach Bildern, die Menschen beim Blick auf Gebäude zeigen. In der Schau „Passants parmi les Pierres“ („Passanten zwischen den Steinen“, bis 20. 9.) begegnen einem dabei Schnappschüsse ebenso wie Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler, die allesamt an der Gewissheit dessen kratzen, was wir sehen.

So zeigt ein Foto lachende Menschen mit Judenstern vor Baracken: Es sind Schauspieler am Set von Steven Spielbergs „Schindlers Liste“. Gebückt gehende Personen vor DDR-Plattenbauten in einem Bild von Sibylle Bergemann (1980) entpuppen sich als Eisläufer.

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Die produktive Irritation wird in der Schau noch durch kurze Texte verstärkt, die der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz, den Demand auf Vermittlung von Daniel Kehlmann engagierte, extra zur Schau beisteuerte: Oft sind es wundersame Anekdoten, manchmal Gedichte, aber nie wirklich „Erklärungen“ dessen, was das Bild zeigt: Die Kontrolle darüber, sich auf das Gesehene einen Reim zu machen, will Demand dezidiert dem Publikum überlassen.  

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