Nach 31 Jahren gibt es an der Wiener Staatsoper wieder einen neuen „Rigoletto“: Die Inszenierung stammt von Pierre Audi

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Nachtkritik
12/21/2014

Kranker "Rigoletto" musste aufgeben

Bei der Premiere der Verdi-Oper an der Wiener Staatsoper gab es im zweiten Akt großes Chaos.

von Gert Korentschnig

Die mit Spannung erwartete Premiere von Giuseppe Verdis "Rigoletto" an der Wiener Staatsoper wurde am Samstag vom vorzeitigen Abgang von Simon Keenlyside überschattet – und man musste mit dem Sänger der Titelpartie großes Mitleid haben. Und schüttelte über manches nur den Kopf.

Schon im ersten Akt konnte man hören, dass Keenlysides Stimme angeschlagen war. Er hatte wegen einer Erkrankung schon die Hauptprobe und die Generalprobe nicht gesungen. Nach dem sogenannten "Cortigiani", bei dem er vonDirigent Myung-Whun Chungam Pult des Staatsopernorchesters lautstärkenmäßig enorm gequält wurde, ging er während des Duetts mit seiner Tochter Gilda von der Bühne ab, die Besucher waren ratlos, wie das weitergehen könnte.

Der Südkoreaner dirigierte aber einfach weiter, statt abzuklopfen, ließ Gilda alleine singen, bewegte selbst die Lippen und zwang dadurch den kranken Keenlyside, sich noch mehrfach auf die Bühne zurück zu quälen. Man musste einem großen Künstler dabei zuhören, wie er einfach nicht mehr konnte. Ein Buh gegen ihn war skandalös.

Rätselraten vor drittem Akt

Der Vorhang fiel, man rätselte, was denn nun passieren würde. Vor dem dritten Akt trat Opernchef Dominique Meyer vor den Vorhang und kündigte an, dass Ensemblemitglied Paolo Rumetz die Vorstellung zu Ende singen werde.

Wenn man von diesen Vorfällen absieht, war eine belanglose Inszenierung zu sehen und ein uninspirierendes, grobes Dirigat von Chung zu hören. Piotr Beczala sang gut und mit schöner Höhe den Herzog – auch wenn das nicht seine beste Partie ist. Erin Morley ist eine Gilda mit klaren Spitzentönen und nicht sonderlich großem Sopran, Ryan Speedo Green ein nicht allzu bedrohlicher Sparafucile.

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