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Ein echter Influencer am Klavier

Petr Popelka, die Symphoniker und Hayato Sumino-Cateen im Konzerthaus.
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Stehende Ovationen nach einem Konzert der Wiener Symphoniker sind bei Abonnement-Konzerten keine Standard-Reaktion. Im Fall des aktuellen ist diese mehr als berechtigt.

Chefdirigent Petr Popelka führt mit Antonin Dvoraks „Karneval“ und später mit dessen „Neunter“ in dessen Welt. Mit Verve stachelt er bei der Konzertouvertüre das Orchester zu Ausbrüchen an. Wie ein Exkurs zu einem anderen Kontinent mutet Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur an.

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Katzenliebe

Hayato Sumino-Cateen ist der Solist. Wenn Sie diesen Namen noch nicht gehört haben, dann sind Sie möglicherweise nicht unter den 2,2 Millionen, die den 30-jährigen Japaner auf seinen Social-Media-Kanälen bisher verfolgt haben. Sein Beiname Cateen, mit dem er sich im Internet präsentiert, rührt von seiner Liebe zu Katzen her.

Sein Auftritt im Konzerthaus erklärt die Größe seiner Fangemeinde. 2025 wurde er mit dem Leonard-Bernstein-Preis ausgezeichnet. Seine Technik an den Tasten ist phänomenal. Seine fulminanten Triller wirken, wie sein ganzes Spiel, feinst austariert. Virtuos bringt er sein Instrument im zweiten Satz zum Singen.

Dass das Klavier in diesem Werk über weite Strecken eine gleichberechtigte Rolle mit den anderen Instrumenten im Orchester einnimmt, entlässt ihn nicht aus dem Fokus der Aufmerksamkeit. Popelka begleitet ihn einfühlsam und lässt einen Hauch von Jazz durchwehen. In nahezu makellosem Deutsch kündigt der Pianist seine Zugabe an. „Ein Werk, das zur gleichen Zeit wie Ravels Klavierkonzert geschrieben wurde“, sagt er, George Gershwins „I Got Ryhthm“.

Dieser Musiker lebt den Rhythmus. Was Popelka in Dvoraks „Neuer Welt“ offenlegt, hört man bei dieser so oft gespielten Symphonie selten. Das Largo berührt zutiefst. Atemberaubend setzt Popelka die Generalpausen. Exzellent agieren die Bläser, die Streicher bestechen mit einem Touch tschechischen Flair. 

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