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Lang Lang im Konzerthaus: Ein schockierender Beethoven

Der Pianist Lang Lang begeistert seine Fans ungebrochen im Konzerthaus.
Lang Lang im Konzerthaus.

Mehr als zwanzig Jahre ist es her, als der Pianist Lang Lang aus China in der Klassikwelt einschlug. Die einen feierten ihn wie einen Pop-Star, Traditionalisten ließen ihn nicht gelten. Heute kann er mehr als 20 Jahre Karriere und ein Millionenpublikum verbuchen. Mit Mozarts Rondo in D-Dur, KV 485, eröffnete Lang Lang seinen Solo-Abend  im ausverkauften Konzerthaus in Wien

Leichthändig arbeitete er Kontraste heraus und ließ die Triller gläsern klingen. Bei Ludwig van Beethovens Sonate in c-Moll, op. 13, löste er einen Schock aus, als er den ersten Akkord mit Gewalt anhob. So düster hört man die „Pathétique“ selten. 

Schon nach wenigen Takten war klar, hier agiert ein Musiker, der etwas zu sagen hat. Verhalten gestaltete er die ersten Passagen. Jeder Anschlag war mit Bedacht gesetzt. Mit sanfter Gewalt legte er den Schwerpunkt seiner Interpretation auf die düsteren Elemente. Sublim changierte er zwischen Bedrohung und einem psychedelischen Klangszenario. Dass am Ende dieses Satzes Applaus einsetzte, unterbrach die Spannung, konnte seinem intensiven Spiel jedoch nichts anhaben. 

Im Adagio hob er die gesanglichen Passagen besonders hervor. In den rasanten Teilen setzte er auf Präzision. 

Lang Lang im Konzerthaus.

Lang Lang im Konzerthaus.

Ganz verinnerlicht gab er sich dem Opus 110, Beethovens Sonate in As-Dur, hin. Auch hier brachte er sein Klavier virtuos zum Singen. Wie ein Kontrastprogramm mutete der zweite Teil des Konzerts an. Bei seiner Auswahl aus der „Suite española“ von Isaac Albéniz wechselte Lang Lang zwischen spanischem und französischem Flair. Jeden Takt formulierte er lustvoll aus, auch bei „Quejas, o La maja y el ruiseñor“ von Enrique Granados. Bei Liszts „Consolation“ und dessen „Tarantella“ brillierte er mit seiner Technik. Debussy und Chopin als Zugaben und stehende Ovationen.

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