Buchbinder im Konzerthaus: Mozart mit Tiefgang, Eloquenz und Spielfreude
Wie hat Mozarts Musik zu seinen Lebzeiten geklungen? Wie sollte er heute klingen? Fragen wie diese werden obsolet, wenn der Pianist Rudolf Buchbinder am Klavier die ersten Töne anschlägt, beziehungsweise dem Orchester das Zeichen zum Einsatz gibt. Das stellte er im Konzerthaus bei drei Klavierkonzerten von Mozart mit den Wiener Symphonikern klar.
Er übernahm vom Klavier aus die Leitung. Mit dem Konzert in B-Dur, KV 595, gab er den Auftakt. Er hatte das Geschehen fest in der Hand und sorgte zugleich für eine Spielfreude und eine echt musikantische Aufführung. Wie Balsam ließ er die Musik strömen und im langsamen Satz eine gewisse Sehnsucht spüren. Mit dem Orchester agierte er in absoluter Harmonie.
Das war auch beim A-Dur-Konzert, KV 488, zu erleben. Der Klang, den er den Streichern entlockte, glich einer Umarmung. Er setzte auf erfrischende Tempi, auf ein sanftes Vorwärtsdrängen. Dieser Pianist ließ in jedem Moment, in jeder Phrase Mozarts Musik atmen und immer wieder die Töne zartfühlend perlen. Feinsinnig kehrte er einen gewissen Schalk in manchen Passagen hervor.
Was Buchbinders Spiel so auszeichnet, ist sein unverkennbarer Stil und den eleganten Umgang mit seiner Brillanz. Er braucht keine Show-Effekte, er musiziert. Das C-Dur-Konzert, KV 467, gehört zu den am meisten aufgeführten. Da kann ein Solist seine Virtuosität in eigenen Kadenzen ausspielen. Buchbinder ein Meister, nicht nur, aber besonders, wenn es um Triller geht, wirkte hier ganz gelöst. Seine Freude am Musizieren riss das Orchester mit. Besonders hervorzuheben sind die Holzbläser.
Der langsame Satz gehört zum Schönsten, was Mozart geschrieben hat. Sublime brachte Buchbinder dieses Andante mit Tiefgang und Eloquenz zum Schweben. Atemberaubend die gesanglichen Passagen. Ovationen nach dem Freudenfunken sprühenden Finale.
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