Jessica Hausner drehte erstmals auf Englisch: „Little Joe“

© APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI

Kultur
05/23/2019

Jessica Hausner in Cannes: „Ich finde, ich leiste einen Beitrag“

Der Sci-Fi-Thriller „Little Joe“ von Jessica Hausner läuft im Bewerb um die Palme

von Alexandra Seibel

Die österreichische Regisseurin Jessica Hausner ist in Cannes längst keine Newcomerin mehr, sondern fast schon Veteranin. Bereits drei ihrer Filme liefen in der renommierten Programmschiene „Un Certain Regard“, zuletzt ihre Kleist-Verfilmung „Amour Fou“ (2014). Mit ihrem neuen Science-Fiction-Thriller „Little Joe“ ist ihr nun der große Sprung in den Hauptwettbewerb um die Goldene Palme gelungen.

Allein die Teilnahme in Cannes sei von großer Relevanz für ihren Film, denn sie schraube das Interesse von Verleihern und Medien in die Höhe, sagt die 46-jährige Wiener Regisseurin und spricht von einem „weiteren Schritt in meiner Karriere“.

„Little Joe“ erzählt von Alice, einer alleinerziehenden Wissenschaftlerin im Bereich der grünen Gentechnik. Sie experimentiert mit der Zucht einer Pflanze, die angeblich glücklich macht – allerdings bald gefährlich wird.

„Es gibt wiederkehrende Themen in meinen Filmen, insofern, als dass ich mich immer für ambivalente Situationen, für ,gordische Knoten‘ interessiere“, sagt die Regisseurin zum KURIER: „Auch die Gentechnik ist so ein gordischer Knoten: Es werden Dinge gemacht, die gut und schlecht zugleich sind, und keiner kann wissen, was auf uns zukommt.“

Zudem ist „Little Joe“ ihr erster englischsprachiger Film. Die Entscheidung für das Englische kam dadurch zustande, dass „Little Joe“ von „Pflanzen-Horror-Filmen“ inspiriert wurde und die Anlehnung an dieses US-Genre auch die englische Sprache nahe legte.

Die Britin Emily Beecham spielt die Wissenschaftlerin: „Ich habe in all meinen Filmen weibliche Hauptfiguren, und es interessiert mich, weibliche Figuren zu erzählen, die vielschichtig sind. In der Hinsicht hat sich schon viel getan, und ich finde, ich leiste einen Beitrag“, sagt Jessica Hausner und lacht. Sie ist eine von vier Frauen, die heuer im Hauptwettbewerb von Cannes gezeigt werden.sei