Hörenswerte, klangvolle Raritäten mit den Tonkünstlern
von Helmut Christian Mayer
Er ist seinem Stil bis zum Ende immer treu geblieben: Üppigen hochromantischen Schönklang, Farbenreichtum, schwärmerische, eingängige, liedhafte Melodien hört man auch beim Spätwerk von Sergej Rachmaninow, der 3. Symphonie. Er bewahrte sich seine Authentizität und das zu einer Zeit, wo seine Musik als nicht mehr zeitgemäß erachtet wurde. So gab es bei der Uraufführung 1936 in Philadelphia durchaus kritische Stimmen.
Spannungsgeladen
Jetzt erklang es unter dem exakten Dirigat von Hans Graf in aller Farbenpracht, mit spannungsgeladen Steigerungen, geschärften Kontrasten und tollen solistischen Leistungen in allen Instrumentengruppen beim Tonkünstler-Orchester Niederösterreich im Wiener Musikverein. Das Gleiche gilt für Rachmaninows „Jugendsymphonie“ in d-Moll, die er als 18-Jähriger schrieb, von der nur der erste Satz erhalten ist und das noch stark an seinem Vorbild Tschaikowski mit leidenschaftlichen Streichern angelehnt ist.
Die dritte Rarität war das Violinkonzert von Paul Hindemith aus 1940. Obwohl das Spröde und das Trockene, das man dem deutschen Komponisten immer wieder vorwirft, teilweise doch zu hören waren, erzeugten Orchester und der österreichische Dirigent kreative Rhythmen und eine einzigartige Klangfülle. Als Solisten erlebte man den 27-jährigen, vielfach ausgezeichneten Geiger Ziyu He, der mit höchster Virtuosität, aber auch großem Ausdruck glänzte. Für den reichen Applaus bedankte er sich mit einem Satz einer Sonate von Bela Bartók.
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