Alle nennen ihn Giorgio.

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Kultur
02/26/2019

Giorgio Moroder bringt Discofeeling ins Gasometer

Am 14. Mai holt Red Bull Music den italienischen Ausnahmeproduzenten Giorgio Moroder für eine Live-Show ins Wiener Gasometer.

Ein Italiener hat die halbe Welt zum Tanzen gebracht: Hansjörg Moroder - doch alle nennen ihn Giorgio. Und als solcher verließ er in den 1970er-Jahren dann auch sein Heimatdorf in Südtirol, um sich in Deutschland als Musiker zu versuchen, hatte er zwar den Traum, berühmt zu werden, aber wie sehr seine Karriere abheben würde, konnte noch niemand ahnen – bis er in München auf LaDonna Andrea Gaines traf, die danach als Donna Summer weltberühmt wurde.

Er anglisierte den Namen der mit einem Österreicher namens Sommer verheirateten alleinerziehenden Mutter und ließ sie 17 Minuten lang ins Mikrofon "Love To Love You Baby" stöhnen. Dutzende Radiostationen setzten den Track auf den Index, doch das Stück wurde zum Welterfolg.

 

Von München nach Hollywood

In München gründete Moroder "Musicland". In dem Studio entstanden Platten von den Rolling Stones, Queen, Led Zeppelin und Iron Maiden, von Iggy Pop, Falco, Deep Purple, BAP und den Scorpions. Und von Donna Summer. Nach zwei Jahrzehnten machte eine neue an der Hauswand vorbeidonnernde U-Bahn-Linie dem Studio den Garaus.

Da war Moroder schon in Amerika. In Hollywood versuchte er sich 1978 mit Filmmusik - und gewann sofort einen Oscar. Dem Soundtrack für das Gefängnisdrama "12 Uhr nachts - Midnight Express" folgte ein Erfolg nach dem anderen: "American Gigolo", "Flashdance" (Oscar 1982), "Top Gun" (Oscar 1986) - alles Filme, in denen die Musik nicht einfach nur Beiwerk ist. Kein Wunder, dass Elton John, Barbra Streisand, die Eurythmics, Freddie Mercury, David Bowie und Cher gern mit dem Italiener mit dem gewaltigen rabenschwarzen Schnurrbart arbeiteten.

"Ich liebe Synthesizer", hat Moroder einmal gesagt - was niemanden überraschte, der schon einmal seine Platten gehört hatte. Schon früh experimentierte er mit elektronischer Musik, diesem Stil ist er treu geblieben. "Plastic- Sound" mäkeln die Kritiker, doch Moroder ist keiner, der Elektronik schamvoll versteckt, um heimlich klassische Instrumente zu verstärken. Er bekannte sich immer zum Synthesizer und half ihn zu etablieren. Heute ist Musik ohne Elektronik so wie Leben ohne Internet: Möglich, aber irgendwie komisch.

Gipfelstürmer

"Kunst machen kann jeder. Aber Kunst zu machen, die sich auch verkauft - das ist eine Kunst", hat er einmal gesagt, und prächtig verkauft haben sich seine Sporthymnen. "Reach Out" war es 1984 bei den Olympischen Spiele in Los Angeles, "Hand in Hand" vier Jahre später in Seoul und "Forever Friends" 2008 in Peking. Moroder ist ein Gipfelstürmer. Vielleicht muss man das sein, wenn man ein Neffe von Luis Trenker ist.

Ein normaler Rentner ist Moroder noch lange keiner. Zuletzt arbeitete er mit Kylie Minogue und Coldplay zusammen. 2015 veröffentlichte er nach 30-jähriger Pause eine neue Platte. "Déjà-vu" heißt sie, Darauf finden sich zahlreiche Kollobarationen – etwa eine mit der australischen Sängerin Sia, die dem Titelsong ihre Stimme gibt. "Diamonds" nahm er mit der 22-jährigen Britin Charli XCX auf. "Right Here, Right Now" mit der bereits genannten Kylie Minogue. Die Initialzündung für sein neues Album lieferten  Daft Punk mit dem Track "Giorgio by Moroder" (vom Grammy-Album "Random Access Memories"), mit dem sie dem Urvater des Disco-Genres ein Denkmal gesetzt haben. Sie hätten ihm einen "Push" gegeben, "ins Business" zurückzukehren, sagt Moroder.

Live in Wien

Am 14. Mai holt Red Bull Music den italienischen Ausnahmeproduzenten Giorgio Moroder für eine Live-Show nach Wien. Auf seiner "The Celebration of the '80s Tour" wird der "Godfather of Disco" mit einer spektakulären Bühnenshow und großer Bandbesetzung Discofeeling ins Gasometer bringen. Im Gepäck hat er seine mehrfach ausgezeichneten Klassiker der Filmmusik und seine bisher größten Hits.

Red Bull Music präsentiert Giorgio Moroder – am 14. Mai im Gasometer Wien. Tickets für Red Bull Music presents Giorgio Moroder am 14. Mai 2019 im Wiener Gasometer sind ab sofort bei oeticket.com erhältlich.