Ezra Koenig.

© Monika Mogi

Musik
05/06/2019

Gemischte Platte - mit u. a. Fuzzman, Vampire Weekend, Soak

Neue Musik aus unterschiedlichen Genres. Diesmal mit Indie-Schlager von Fuzzman, Upperclass-Folkpop von Vampire Weekend und und und. Abgehört von Marco Weise.

von Marco Weise

Vampire Weekend: Father Of The Bride
Die rund um Mastermind Ezra Koenig angesiedelte US-Band veröffentlicht mit „Father Of The Bride“  das erste Album seit sechs Jahren. Es ist der Nachfolger zu „Modern Vampires of the City“, das im Mai 2013 Platz eins der US Billboard Charts erreichte und mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Nun also Platte Nummer vier, die 18 (!) Songs bereit hält. Ein Drittel davon hätten sich Vampire Weekend  aber sparen können. Denn von ihrem ansteckenden und zappeligen, weil von afrikanischen Rhythmen infizierten Sound ist kaum noch etwas übrig geblieben  –  mal vom funkigen „This Life“ und dem souligen „Unbearably White“ ausgenommen. Der Rest ist gepflegte und Upperclass-taugliche Folk-Pop-Ware, zu der man am besten Matcha-Chai-Soja-Latte trinkt. Wie langweilig ...
 

 

Soak: Grim Town
Kaum hat man  die  im eigenen Saft schmollenden Pubertätshymnen ihres Debütalbums verarbeitet, folgt  schon der nächste Streich der mittlerweile 20-jährigen Irin. Diesmal lässt sie ihr emotionales Durcheinander  nicht nur von Gitarren begleiten: Es leiden Streicher, und das Keyboard darf euphorisch werden. Tolle Platte.

Fat White Family – Serfs Up! Pop
Die britische Band mit viel Eskalationspotenzial (Drogen!) legt ein neues Werk vor, auf dem sie Pop meint – und Untergrund sagt. Okay, der Dreck unter den Fingernägeln ist zwar weg, der Krach verflogen, aber der Postpunk-Chic,  Lo-Fi-Funk und die eiernden, grindigen sowie überspannten Sounds sind noch immer da. Gut so.

 

Tellavision – Add Land Pop
Die deutsche Sängerin und Loop-Künstlerin Fee Kürten schichtet für ihr viertes Album utopische, aber auch menschelnde Sounds  übereinander. Auf diesem piepsenden, elektronisch-funkigen wie fordernden Unterbau legt Tellavision  ihre laszive Stimme.  Ein Album, das man am besten  in  kleinen Häppchen konsumiert.

Fuzzman: Hände weg von Allem
Herwig Zamernik alias Fuzzman macht  einen auf  intellektuellen Schlagersänger.    Einige Songs des Wahl-Wieners und Naked-Lunch-Bassisten fallen  dabei aber  in die Kategorie: misslungenes Experiment. Okay,  das  mag zwar  augenzwinkernd gemeint sein, aber Schnulzen  wie „Wir sagen nichts“ hat man woanders schon besser gehört.