Olivier Gourmet bekommt die Rolle das Cyrano de Bergerac auf den Leib geschrieben

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Kultur
04/25/2019

Filmkritik zu "Vorhang auf für Cyrano": Lange Nase, lange Karriere

Witzige Komödie um die Entstehung des berühmten Bühnenstücks „Cyrano de Bergerac“.

von Alexandra Seibel

Wenn man den Namen Cyrano de Bergerac hört, fällt einem als Erstes Gerard Depardieu ein – in einer seiner Paraderollen, mit langer Nase im Gesicht. Viel weniger oft schon entsinnt man sich des Namens Edmond Rostand, des Autors, der hinter dem weltberühmten französischen Theaterstück steckt.

Und genau das ist auch Edmond Rostands Problem: Keiner kennt ihn, kaum einer spielt ihn, niemand findet ihn gut. Seine gestelzten Liebesreime kommen selbst einem gefeierten Bühnen-Star wie Sarah Bernhardt nur mühsam über die Lippen. Danach verlässt das Pariser Publikum des Jahres 1885 gähnend das Theater.

Sarah Bernhardt

Rostand ist ratlos. Seine lyrischen Ergüsse finden keine Abnehmer, doch die Miete will bezahlt, die Familie erhalten werden. Dank Sarah Bernhardt trifft er schließlich auf einen gefeierten Schauspieler, der sich ebenfalls in einem Karrieretief befindet und auf der Suche nach einer für ihn passenden Rolle ist. Die soll ihm Rostand nun auf den Leib schreiben.

Drehbuchautor und Schauspieler Alexis Michalik schrieb „Edmond“ zuerst als erfolgreiches Bühnenstück, ehe er es nun zu seinem Spielfilmdebüt umwandelte. Und gab auch gleich freimütig zu, dass er sich von dem Comedy-Hit „Shakespeare in Love“ hatte beflügeln lassen.

Das „Making of“ eines berühmten Theaterstücks, gespickt mit Liebesintrigen und absurden Improvisationen („Schreiben Sie eine Duell-Szene. Ich war früher ein guter Fechter!“) vermischt Michalik zu einem publikumsfreundlichen Boulevard-Spaß mit seriösen Untertönen. Prächtig ausgestattet und mit Liebe zum kostümierten Detail, entzündet er mithilfe seines spielbegeisterten Ensembles – darunter Olivier Gourmet als grandiose Langnase – ein flottes Heckmeck rund um die Entstehung von „Cyrano“.

Der noch wenig bekannte Thomas Solivérès spielt seinen Edmond mit gebührender Hingabe und lässt sich von der Zimmereinrichtung bis hin zum Papagei zu seinem Erfolgsstück inspirieren. Gleichzeitig hilft er einem verliebten, aber wortarmen Freund mit salbungsvollen Liebesreimen weiter, die er ebenfalls im neuen Stück verbratet.

Bei der ersten Aufführung müssen noch Bordellbesucher angekarrt werden, um den Saal zu füllen. Der Rest ist Theatergeschichte.

INFO: F 2019. 109 Min. Von Alexis Michalik. Mit Thomas Solivérès, Olivier Gourmet.

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