Filmkritik zu "Tausend Zeilen": Fakten-Journalist gegen Fake-Storyteller

Jonas Nay als „Spiegel“-Redakteur schreibt Fake-Reportagen
Komödienregisseur Michael "Bully" Herbig verfilmte den „Fall Relotius“ als laue Mediensatire mit Elyas M'Barek und Michael Ostrowski

Eine gute Lüge ist leider oft spannender als die nackte Wahrheit. Wer will schon eine fade Geschichte lesen, die das Leben schrieb? Dann schon lieber eine gut erfundene Story – am besten nachzulesen in Der Spiegel.

Das deutsche Nachrichtenmagazin erlebte im Dezember 2018 sein Waterloo. Damals musste die Chefredaktion zähneknirschend zugeben, dass ihr Star-Reporter, der mehrfach ausgezeichnete Journalist und Spiegel-Redakteur Claas Relotius, die meisten seiner hoch akklamierten Reportagen gefälscht hatte. Aufgedeckt wurde der Fake-News-Skandal von Relotius’ Kollegen Juan Moreno: Dieser hatte begonnen, Relotius’ Texten nachzurecherchieren, und war auf Ungereimtheiten gestoßen. In seinem Buch „Tausend Zeilen“ legte er seine Sicht der Dinge dar – und verkaufte noch vor Fertigstellung die Filmrechte.

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