Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss treffen in „Matrix Resurrections“ wieder aufeinander

© Warner

Film
12/21/2021

Filmkritik zu "Matrix Resurrections": Kaffee trinken im „Simulatte“

Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss müssen sich als Neo und Trinity wieder aus der Matrix befreien. Witzig, spektakulär, smart und überlang.

von Alexandra Seibel

Wenn grüne Schriftzeichen über schwarze Leinwände rieseln, regnet es den berühmten Matrix-Code. Tatsächlich ist der Wiedererkennungseffekt der legendären „Matrix“-Trilogie enorm. Der coole Mix aus Cyberpunk und schwarzer Sonnenbrille, Kung-Fu und Kant, Baudrillard und Bullet-Time-Spezialeffekten der Wachowski-Schwestern (damals noch Brüder) wirkte stilbildend. Die Idee, dass die Wirklichkeit nur eine vorgegaukelte Scheinwelt – eine Matrix – ist und uns in einer virtuellen Welt gefangen hält, faszinierte eine ganze Generation.

Die (wenig geliebten) Fortsetzungen „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“ setzten den philosophischen Blockbustern ein vorläufiges Ende, zumal Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss als Widerstandskämpfer Neo und Trinity im letzten Teil verstarben. Allerdings verheißt schon der Titel der formidablen Fortsetzung Wiederauferstehung. Beide – sowohl Reeves als auch Moss – sind nach 18 Jahren wieder in der Matrix gefangen – allerdings ohne ihr Wissen.

Psychiater

Neo hört auf den Namen Thomas Anderson und arbeitet als Game-Designer. Er selbst hat keine Ahnung von seiner Matrix-Situation, leidet aber unter seltsamen Erinnerungsepisoden, die ihn zum Psychiater treiben.

Der witzige Auftakt von „Matrix Resurrections“ bedient sich der üblichen Blockbuster-Stratgie, mit Selbstironie die eigene Franchise-Geschichte auf eine smarte Meta-Ebene zu heben. Es wird über mögliche Fortsetzungen von „Matrix“ (dem Videospiel) gescherzt und Kaffee im „Simulatte“ getrunken. Schließlich erinnert sich Thomas Anderson daran, dass er einmal Neo war.

Regisseurin Lana Wachowski wütet sich (manchmal etwas langatmig) durch den Maschinenraum ihrer digitalen Fantasiewelten und zitiert genüsslich ikonische (Kung-Fu-)Kampfszenen aus dem eigenen Filmfundus. Der junge Keanu Reeves in „Matrix“ blickt von Videowänden auf sein gealtertes Ich herab, doch auch der gereifte Neo hat das Kämpfen nicht verlernt. Er und seine Partnerin beweisen im spektakulären Finale beeindruckende Durchschlagskraft, die auch im Alter keineswegs abgenommen hat.

Matrix-Trilogie
„Matrix“ (1999) von den  Wachowskis erregte  großes Aufsehen. Es folgten „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolution“ (beide 2003)

Matrix 4
In „Matrix Resurrections“   von Lana Wachowski spielen   wieder  Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss  die Hauptrollen. Hugo Weaving und Laurence Fishburne fehlen

 

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