Filmkritik zu "Home Sweet Home": Grauenvolle Geheimnisse im Keller

Eine junge Frau mit ängstlichem Blick steht vor einem Haus im Dunkeln.
Eine hochschangere Frau zieht aufs Land in ein "Haunted House". Deutscher Horror mit Nilam Farooq.

Von Gabriele Flossmann

Alfred Hitchcock hatte es mit „Cocktail für eine Leiche“ vorgemacht: Das Spiel um das perfekte Verbrechen, Hitchcocks erster Farbfilm aus dem Jahr 1948, ist nämlich in einer einzigen Einstellung gedreht. Jedenfalls ohne Schnitt und Gegenschnitt. Immer wenn beim Drehen eine Filmrolle gewechselt werden musste, suchte und fand der Altmeister des Suspense eine Möglichkeit, den Übergang für den Zuschauer unbemerkt zu gestalten.

An dessen Virtuosität kommt dieser Film zwar nicht heran, aber er hebt sich von anderen „Haunted-House“- Filmen durchaus wohltuend ab. Falls man inszenierten Horror als Wohltat empfinden kann.

In diesem Film zieht die hochschwangere Maria aufs Land. In ein Haus, das sich seit Generationen im Besitz der Familie ihres Ehemanns Viktor befindet. Das Anwesen ist überwältigend, ein Vielfaches größer als ihr altes Zuhause. Nur langsam findet sich Maria dort zurecht. Als plötzlich die Sicherungen rausfliegen und Viktor noch bei der Arbeit ist, ist sie zunächst aufgeschmissen. Aber dann findet und montiert sie neue Sicherungen. Es wird Licht und der Kühlschrank brummt wieder wohlig unter Strom. Doch befremdliche Geräusche lassen Maria noch einmal genauere Blicke in bisher kaum erschlossene Räume, in alle Ecken des Hauses werfen. Den Keller hätte sie dabei besser auslassen sollen ...

Eine schwangere Frau und ein Mann in Anzügen schauen besorgt, während ein älterer Mann im Hintergrund steht.

 Nilam Farooq und David Kross in "Home Sweet Home - Wo das Böse wohnt"

Aber mehr, als dass sie dort mit grauenvollen Ereignissen aus der Vergangenheit – aus der deutschen Geschichte – konfrontiert wird, soll hier nicht verraten werden. Sonst wäre die etwas dünne Handlung zu schnell auserzählt.

Nur langsam wird klar, dass die Handlung des Films von da an eine übernatürliche Richtung einschlägt; und wir es mit einem „Haunted-House-Horror“ alter Schule zu tun haben.

Positiv zu vermerken sind die guten Schauspieler und die technisch brillante Umsetzung der scheinbar schnittlosen Kameraführung. Dass man den Film im Sinne des Wortes als „blutleer“ bezeichnen kann, hört sich für alle, die bei triefenden Splatter-Movies mit Übelkeit zu kämpfen haben, wahrscheinlich auch eher positiv an.

INFO: D 2024. 83 Min. Von Thomas Sieben. Mit Nilam Farooq, David Kross.

Kommentare