"La Chimera": Eine märchenhafte Geschichte voller Schätze

Ein Paar umarmt sich nachts vor einer beleuchteten Industrieanlage.
Der neue Film der italienischen Regisseurin Alice Rohrwacher heißt "La Chimera" und ist ein Meisterwerk. Ab 22. Dezember im Kino.

Die italienische Regisseurin Alice Rohrwacher hat ein großes Talent zum ebenso präzisen wie ausschweifenden Erzählen. Die Filme der 41-Jährigen gehören mitunter zum Herausragendsten, was die europäische Filmszene die letzten zehn Jahre hervorgebracht hat. Mit „Le Meraviglie“ gewann sie 2014 den Großen Preis der Jury in Cannes. Der darauffolgende Spielfilm „Lazzaro Felice“ wurde 2018 ebendort mit dem Preis für das beste Drehbuch bedacht. „La Chimera“ heißt nun Rohrwachers neue Arbeit, die hierzulande am Freitag (22. Dezember) in die Kinos kommt. 

Darin sucht eine Bande an Grabräubern (Tombaroli) nach den Überresten der Vergangenheit. Sie plündern etruskische Grabkammern und versuchen, die Schätze zu verkaufen. Dieser diebischen Bande schließt sich Arthur (Josh O’Connor), ein Engländer an. Er kann nicht anders, außerdem ist er mit einer Gabe gesegnet, die den Tombaroli sehr gelegen kommt: Arthur ist nämlich in der Lage, ganz ohne Anstrengung unter die Erde zu schauen. Er ist ein Spürhund, kann mit einer Wünschelrute die uralten Gräber unter ihren Steinplatten im Boden aufspüren. Rohrwacher zeigt ein armes, bäuerliches und einfaches Italien, ein Land voller lokaler Bräuche, viel Italianità, Musik und Menschen, die gerne durcheinander reden. Nur Arthur spricht selten. Es umgibt ihn eine Leere, die er nach dem Verlust seiner großen Liebe Beniamina (Yile Vianello) mit nichts mehr zu füllen vermag. Auch nicht mit der umwerfenden Italia (Carol Duarte).

„La Chimera“ ist ein ruhiger, verträumter, berührender Film, der Rohrwachers Lust, tiefgründige wie surreale Geschichten zu erzählen, mit wunderschönen Bildern transportiert. 

INFOS: "La Chimera". ITA/F/CH 2023. 130. Von Alice Rohrwacher. Mit J. O’Connor, C. Duarte, I. Rossellini

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