„Extrawurst“: Der Griller-Krieg ist im Waldviertel angekommen
Die Gesellschaftskomödie „Extrawurst“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob ist seit der Uraufführung 2019 ein Lachschlager. Letztes Jahr wurde sie mit Hape Kerkeling verfilmt, nun kam sie im Wald4tler Hoftheater heraus. Regisseurin Sonja Romei hat den Plot einfach nach Pürbach verlegt: Der Tennisclub hält die Mitgliederversammlung, weil das neue Vereinshaus erst gebaut werden muss, bei Intendant Moritz Hierländer ab.
Die Tagesordnung wird rasch abgearbeitet: Hubert, Langzeitpräsident mit autoritärem Führungsstil, wird wiedergewählt, den Bauauftrag erhält der Schwager, die Dressen bleiben weiß. Weil der Griller „kaputschetto“ sei, soll ein neuer gekauft werden: Vizepräsident Matthias, immer im Schatten von Hubsi, erklärt mit Hilfe eines Flip-Charts, dass der geile XQ 3010 die beste Wahl sei.
Doch Melanie legt ein Veto ein. Es brauche auch einen Griller für die türkischen Mitglieder, die ja kein Schweinefleisch essen dürfen. Daraus entwickelt sich eine Verbalschlacht zwischen dem Vertreter der Toleranz, der dann doch nicht alles toleriert, und dem Sturkopf, der eine bedingungslose Integration fordert, zumal es nur einen einzigen Türken gebe, der ja, weil hier geboren, gar kein richtiger ist – und trotzdem zu einem gemacht wird.
Felix Rank und John F. Kutil prallen hinreißend aufeinander, Mirkan Öncel staunt, Julia Frisch packt es nicht. Und Alexander Jagsch schafft es nur mit einem Trick, alle wieder zu versöhnen. Rasante Unterhaltung mit Nachdenkpotenzial.
Kommentare