Erzählungen vom Salzwasser: Short-Story-Spezialistinnen aus unterschiedlichen Epochen
Eine kleinbürgerliche Nachbarschaft in Neuseeland um 1910. Stanley geht frühmorgens baden und kann es nicht leiden, dass sein Nachbar schon früher da ist.
Dieser Jonathan, der findet, man soll sich den Gezeiten des Lebens hingeben, anstatt gegen sie anzukämpfen, sprich: zu arbeiten. Zwölf Szenen beschreibt die Neuseeländerin Katerine Mansfield (1888–1923), Großmeisterin der modernen Kurzgeschichte, in ihrer berühmten Erzählung „In der Bucht“, in der das Meer die widersprüchlichen Stimmungslagen wie Ebbe und Flut vorgibt. Viel passiert hier nicht, es geht um Atmosphäre.
Katherine Mansfield:
„In der Bucht“
Ü.: Nicole Seifert. mare.
128 S. 23,50 €
Anders ist das bei der 1948 in Palma de Mallorca geborenen Carme Riera. Die Erzählungen, die im Band „Und ich lass dir das Meer als Pfand“ versammelt sind, haben überraschende Wendungen. Mädchen verschwinden und wenn’s regnet, riecht’s nach Meer und Rosen.
Carme Riera:
„Und ich lass dir als Pfand das Meer.
Ü.: Petra Zickmann. mare.
112 S., 23,50 €
Constance Fenimore Woolson (1840–1894) stammte aus New Hampshire, war eine Großnichte James Fenimore Coopers und eine der bekanntesten Autorinnen ihrer Zeit, obwohl schreibende Frauen damals mit viel Gegenwind zu kämpfen hatten. Heute ist ihr Ruhm verblasst. Zu Unrecht. Ihre realistischen Erzählungen gehen tief. Schauplatz ihrer „Skizzen des Südens“ ist Florida, der exotischste Punkt Nordamerikas, geprägt von Einwanderergeschichten.
C. Fenimore Woolson:
„Skizzen des Südens“.
Ü.: Klaus Bonn.
mare.
240 S. 23, 50 €
Elinor Mordaunt (1872–1942) stammte aus Nottinghamshire, wanderte nach Australien aus, schrieb Reiseberichte, man verglich sie mit Joseph Conrad. So ähnlich klingt auch „Das Herz eines Schiffs“. Aufregend!
Elinor Mordaunt:
Das Herz eines Schiffs“
Ü.: Alexander Pechmann
mare.
173 S. 23,50