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Kultur
07/08/2019

„Die lustige Witwe“ in Weitra: Großes Kino für einen Klassiker

Die Lehár-Inszenierung zeigt, wie Sommertheater unterhalten, berühren und durch Professionalität bestechen (Von Susanne Zobl).

Wie Sommertheater unterhalten, berühren und durch Professionalität bestechen kann, demonstrierte Peter Hofbauer auf Schloss Weitra im Waldviertel. Der Direktor des Wiener Metropol und Intendant der „Spiele im Schloss“ verlegte Franz Lehárs Operette „Die Lustige Witwe“ auf ein Filmset in den Fünfzigerjahren. Auch gesungen und musiziert wird und das gar nicht übel. Florian Schäfer (Klavier und Arrangements) und Wolfram Freysmuth (Violine/Saxofon) ersetzen das Orchester. Für Anna Cladrowa alias Hanna Glawari findet sich kein Film-Danilo bis Daniel Danieltschik auftaucht. Die beiden aber waren ein Paar und haben sich 20 Jahre zuvor in Unfrieden getrennt. . .

Spiel im Spiel

Die Lehár’sche Handlung hat Hofbauer optimal mit seinem Plot verwoben. Das Spiel im Spiel funktioniert famos. Das Skript ist ein Feuerwerk stets salonfähiger Pointen. Gespielt wird ausgezeichnet. Eva Maria Marold zieht exzellent alle Register. Sie changiert von der Diva, der Verlassenen, der Verliebten zur Versöhnten und beeindruckt auch als Sängerin. Thomas Weissengruber ist ihr ein tadelloser Partner. Juliette Khalil bereichert als Soubrette das Geschehen stimmlich und darstellerisch. Bernhard Viktorin ergänzt mit Verve als Liebhaber. Ronald Kuste ist ein von seinem Job besessener Regisseur, Georg Leksovich sein Produzent. Gut: Elisabeth Blutsch, Astrid Nowak, Sofie Denner und Andrea Ozabalova. So funktioniert Komödie.