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Fotografie
08/23/2019

Die Kanzlerin und das Kameramuseum: Schiefe Optik im Westlicht

Dem Fotohaus wurde eine Subventionserhöhung in Aussicht gestellt. Kanzlerin Bierlein vergab diese aber nicht "freihändig".

von Michael Huber

Seit Jahren sorgt sich Peter Coeln um den Erhalt des von ihm gegründeten Foto-Schauplatzes Westlicht. Die private Institution, die neben einer Schausammlung historischer Kameras vielbeachtete Foto-Ausstellungen ausrichtet, schien nach dem Ausfall von Sponsoren in ihrem Weiterbestand bedroht. Anlässlich einer Feier zum Jubiläum "180 Jahre Fotografie" wollte der Fotograf und Sammler am Montag gute Neuigkeiten verkünden, löste dabei aber unversehens eine Kontroverse aus. Die Subvention von Bundesseite, so Coeln, würde von 50.000 Euro jährlich auf 100.000 Euro verdoppelt werden, er hoffe nun, dass die Stadt Wien ihren Beitrag - sie zahlt ebenso viel wie der Bund - nun ebenfalls verdopple. Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Kulturminister Alexander Schallenberg hätten sich für das Westlicht eingesetzt.

Bei einem Festakt am Abend überreichte Coeln Bierlein schließlich den Abzug eines Porträts, das er mit der "Daguerreotype Susse Frères" angefertigt hatte. Das Westlicht besitzt das einzige bekannte Exemplar dieses Apparats, der als erste kommerziell verkaufte Kamera der Welt gilt.