Der unbequeme Pilzkopf

Am 8. Dezember jährt sich John Lennons Todestag zum 30. Mal. Ein Rückblick auf das bewegte Leben des Musikers und Aktivisten.

Nuller Jahre sind seit 1980 Lennon-Jahre. Zumindest in der Popwelt, die sich immer wieder an die runden Geburtstage des Exbeatles und an seinen Todestag  erinnert.

Im Bild: John Lennon auf einem Archivfoto vom November 1966. Am 9. Oktober wäre Lennon, einer der vier Pilzköpfe, 70 Jahre alt geworden.  Und vor genau 30 Jahren, am 8. Dezember 1980, wurde er in seiner zweiten Heimat New York von einem psychisch Kranken erschossen.

Im Bild: Ein Beatles-Plattencover aus dem Jahr 1965. Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennon, und George Harrison. Und nur ein knappes Jahrzehnt musizierten die legendären Beatles bis zu ihrem offiziellen Ende im Jahr 1970 zusammen. 

Im Bild: Die Pilzköpfe zu Gast in den USA, bei der "Ed Sullivan Show" im Februar 1964. Die wohl nachhaltigste Errungenschaft der "Pilzköpfe" aus Liverpool: Nach ihren musikalischen Anfängen im "Cavern Club" in Liverpool und im "Kaiserkeller" in Hamburg  machten sie den Rock 'n' Roll salonfähig. Und vor allem verliehen sie ihrer Generation - den jungen Leuten der 60er Jahre - unüberhörbar eine Stimme. 

Im Bild: George Harrison, John Lennon und Ringo Starr (von links nach rechts) bei einer Pressekonferenz in den USA, 1964.  John Lennon (links im Bild), der bis heute als "intellektueller Beatle" gilt und gemeinsam mit Paul McCartney (rechts im Bild) viele große Hits schrieb ("Help", "When I'm Sixty-Four", "Yellow Submarine"), war aber nicht nur als Mitglied des weltberühmten Quartetts kreativ. So wie er schon während der Beatles-Zeit viele Titel allein komponierte ("A Hard Day's Night", "All You Need Is Love"), schuf er auch danach noch Bleibendes: 1971 mit der "Plastic Ono Band" den Hit "Imagine" oder ... bereits 1969 die Friedenshymne "Give Peace A Chance". 

Hier im Bild  der von Lennon geschriebene Liedtext. John Winston Lennon wurde am 9. Oktober 1940 in Liverpool geboren. Der Sohn eines Schiffsstewards litt zeitlebens darunter, dass sein Vater die Mutter schon bald nach seiner Geburt verlassen hatte. Er wuchs bei seiner Tante auf und lernte Gitarre, Klavier, Orgel und Harmonika. Der Siegeszug der Beatles begann 1961 in Hamburg, im September 1962 erschien die erste Single "Love Me Do". Mitte 1965, als die Beatles auf einem Gipfel der Popularität angelangt waren und von der britischen Königin Elizabeth II. mit Orden geehrt wurden, begann zugleich der Niedergang.

Im Bild: Das Archivbild vom 26.10.1965 zeigt die vier "Pilzköpfe" (v.l.) Paul McCartney, George Harrison, John Lennon und Ringo Starr mit den Orden "Member of the Order of the British Empire". Alkohol und Drogen erschwerten die Kommunikation der Beatles untereinander. Immer stärken wurden besonders die Spannungen innerhalb des Duos McCartney/Lennon, in dem Lennon stets der wildere und McCartney der eher in Richtung Pop orientierte Schreiber war. Außerdem sorgte er in den USA  mit Aussage für Aufregung, die Beatles seien populärer als Jesus.

Im Bild: Beatles-Cover "Abbey Road", das elfte Album, erschienen 1969. Vor allem Lennon war es, der den frühen Beatles-Protest gegen die Konventionen der Eltern am Ende des Jahrzehnts in einen politischen Protest gegen Krieg und Bürgerkrieg umwandelte - beispielsweise in Nordirland (im Bild) oder Biafra (Nigeria), vor allem aber in Vietnam.  Damit machte er sich gerade in den USA keine Freunde, wohin er 1970 übersiedelte. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau, der japanischen Musikerin und Happening-Künstlerin Yoko Ono (im Bild), demonstrierte er nackt oder in Betten (bei so genannten "Bed-Ins", im Bild) für den Weltfrieden. Ono fühlte sich, wie sie später sagte, von den drei anderen Beatles nicht akzeptiert. Die Anderen, vor allem McCartney, sahen in ihr einen schädlichen Einfluss auf Lennon. Als das Ende der Beatles 1970 offiziell verkündet wurde, galt Ono Millionen von Fans als die dafür Schuldige. In den USA setzte Lennon mühsam seine Aufenthaltserlaubnis durch, er unterzog sich einer Urschrei-Therapie und machte mit Ono viel experimentelle Musik - keine Musik für Beatles-Fans. 

Im Bild: Das Ehepaar Ono-Lennon Anfang der 1970er Jahre bei der Einwanderungsbehörde in New York. Im November 1980 kam ein neues Album mit Ono heraus: "Double Fantasy" hieß es und war das letzte des Stars. 

Im Bild: John Lennon auf einem computergenerierten Foto. Es zeigt, wie der Musiker heute aussehen könnte. Denn am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon vor der Haustüre seiner Wohnung in New York von Mark Chapman (im Bild) erschossen. Sieben Alben brachte John Lennon nach der Trennung von den Beatles heraus, ein weiteres erschien posthum. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurden alle Tonträger klanglich restauriert, samt aller Single-Tracks. Als Bonus gibt es unveröffentlichtes Material. Mehr dazu siehe:  http://www.johnlennon.com/

Im Bild: Auftritt von John Lennon im Madison Square Garden, New York, 1972.
(APA/dpa/red / KURIER.at, reis) Erstellt am
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