Kultur
03.05.2018

Dennis Hopper: Der "Easy Rider" am Auslöser

Dennis Hopper: Neu aufgelegter Bildband zeigt die Höhepunkte seiner Karriere als Fotograf.

Was heutzutage für viele Menschen das Smartphone ist, war in den 1960er-Jahren die analoge Kamera: immer und überall dabei.

Das galt zumindest für den am 29. Mai 2010 74-jährig verstorbenen US-Schauspieler Dennis Hopper.

Der legendäre „Easy Rider“, geniale Hollywood-Bösewicht, -Held, -Poet und -Regisseur, der den Keim der Selbstzerstörung in sich trug und sich Zeit seines Lebens mit Drogen- und Alkoholproblemen herumschlagen musste, hat aber nicht nur erstklassige Filme gemacht, sondern auch brillante Fotos. Einen umfangreichen Einblick in seine frühen Aufnahmen liefert ein monumentaler Bildband, der ausschließlich Fotos aus den Jahren 1961 bis 1967 versammelt. Die 2009 um 1.500 Euro feilgebotene, weil stark limitierte Erstveröffentlichung von „Dennis Hopper. Photographs 1961–1967“ (Taschen Verlag) wurde nun in einer preiswerteren Version neu aufgelegt.

Die umfangreiche Auswahl dieses Bandes wurde damals von Hopper selbst gemeinsam mit dem Galeristen Tony Shafrazi zusammengestellt. „In Dennis’ Fotografien findet das ständige Reisen statt, man ist immer unterwegs. (...) Man wird in ihnen durch die Viertel ziehen, die Straßen, die Städte, die Länder – von Mexiko nach London und wieder zurück“, wird Shafrazi im Bildband zitiert. So nehme man Teil an dem, was Dennis Hopper „den Moment“ genannt hat.

Besessener

Zur Fotografie brachte ihn seine damalige Freundin und spätere erste Ehefrau Brooke Hayward, die ihm zum Geburtstag eine Nikon schenkte, die er danach lange Zeit nicht mehr ablegte.

Hopper fotografierte wie ein Besessener beinahe alles und jeden. Damit machte er sich zum Chronisten der 1960er-Jahre: Seine Kamera war Zeitzeuge am Filmset, auf Partys, von politischen Kundgebungen und dokumentierte ein USA, das sich damals im Umbruch befand.

Es tobte der Vietnam-Krieg und prägte die Black-Panther- und Hippie-Bewegung die US-Gesellschaft. Hoppers Aufnahmen können also als Belege dieser aufregenden Zeit betrachtet werden.

Ein eigener Abschnitt im knapp 500 Seiten starken, mit Essays über Hoppers Leben und Zitaten von Zeitzeugen angereicherten Buch ist seiner Liebe zu Mexiko gewidmet, wo er auch einige Zeit lebte und besonders von den Stierkämpfen fasziniert war.

Wie stark seine Affinität zur Kunst war, bezeugen auch etliche Aufnahmen des Hauses von Hopper, bis oben hin vollgeräumt mit Pop-Art-Werken von u. a. Andy Warhol, den Dennis Hopper ebenfalls fotografierte. Nur wenige Seiten weiter sitzen am Filmset John Wayne und Dean Martin nebeneinander, oder verbringen Ike und Tina Turner zur Abwechslung einmal eine gute, ruhige Zeit miteinander.