Das waren die besten Filme des Jahres 2010

Die KURIER.at-Redaktion hat die besten Filme gewählt. Ewan McGregor und Leonardo DiCaprio sind mehrmals vertreten, ein Regiedebüt sorgte für Begeisterung.

Im Filmjahr 2010 hatten Jim Carrey und Evan McGregor eine Romanze, Cowboy Woody wurde ausrangiert, Leonardo DiCaprio baute Träume und Tom Ford zeigte uns schöne Bilder. Die KURIER.at-Redaktion hat die besten Filme 2010 gewählt. Zur Auswahl standen Produktionen, die 2010 einen Kinostart in Österreich hatten.

Klicken Sie sich durch die besten Spielfilme des Jahres 2010 ... "Toy Story 3" hat alles, was ein guter Film braucht: Er ist lustig, hat eine relativ ausgeklügelte Story (für einen Animationsfilm) mit gelungenen Wendepunkten, ist spannend und hat ein befriedigendes Ende, das nicht zu kitschig ist. Zu Recht hat der Animationsfilm sogar Chancen auf eine Oscar-Nominierung als bester Film. Die Coen-Brüder verzichteten dieses Jahr auf Auftragskiller mit zweifelhaften Frisuren, 
stattdessen lieferten sie einen unaufgeregten, aber um nichts weniger witzigen, Blick auf ihre eigenen Wurzeln. 
In "A Serious Man" führt Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) ein beschauliches Leben in einer jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen - bis dem schüchternen Physikprofessor alles, aber auch wirklich alles in die Hose geht. Die Auszeichnung für die beste Hollywood-Komödie des Jahres dürfen sich die sonst völlig erfolglosen Cops Allen Gamble (Will Ferrell) und Terry Hoitz (Mark Wahlberg) für "The Other Guys" an ihre Brust heften. Der biedere Schreibtisch-Polizist Will Ferrell und der immer grantige "Aggro-Cop" Mark Wahlberg sind ein überraschend gutes Comedy-Duo. Gute Witze, ein bisschen Slapstick und ein skurilles Drehbuch machen Spaß und Lust auf mehr. Teil 2 ist hoffentlich in Planung. Designer Tom Ford verlegt sein Gespür für Ästhetik hier zum ersten Mal auf Film-Bilder und zeigt auch hier sein Ausnahme-Talent. Mit Julianne Moore und Colin Firth hat Ford sich zwei Top-Schauspieler für "A Single Man" geangelt. Vom Outfit bis zur Location (die traumhafte Schaffer Residence von Architekt John Lautner dient als Haupt-Location) ist hier alles durchgestylt. Ein visuell wunderschöner Film, der aber einen Tick mehr inhaltliche Substanz vertagen hätte. Ewan McGregor spielt im ebenso benannten Film von Roman Polanski einen Ghostwriter, der die Memoiren eines berühmten Politikers (Pierce Brosnan) verfassen soll. Im Strandhaus seines Auftraggebers beginnt er seine Arbeit und gerät dabei immer tiefer in einen Sumpf aus Intrigen und Lügen. Polanski lässt den Zuseher gemeinsam mit dem Protagonisten langsam (oft schon zu langsam) die Geheimnisse rund um den Politiker Adam Lang (Pierce Brosnan) zu ergründen. "Der Ghostwriter" ist sicherlich nicht Polanskis beste Arbeit, aber ein spannender Thriller mit einem brillanten Ewan McGregor in der Titelrolle. Es war wieder ein Clooney-Jahr - abgesehen von den Oscars. In "Up In The Air" spielt er einen mondänen Consulter, der reihenweise Jobs wegrationalisiert und den "freigesetzten" Menschen dabei noch ein gutes Gefühl geben soll. Dabei sammelt er jede Menge Bonusmeilen und lernt etwas übers Leben. Smarte Satire von "Juno"-Regisseur Jason Reitman, die sich wie der Soundtrack zur Wirtschaftskrise anfühlt. Bei der etwas pathetisch inszenierten Geschichte über Mark Zuckerberg und die Gründung von Facebook gehen die Meinungen der KURIER.at-Redakteure weit auseinander. Aber auch bei viel Pathos und zuviel Radiohead-Untermalung zeigt Regisseur David Fincher in "The Social Network" zumindest sein handwerkliches Können und inszeniert solide gemachte Konfektionsware - der große Oscar-Chancen vorausgesagt werden. Im November sorgte der Comiczeichner Joann Sfar mit seinem Regiedebüt dafür, dass der französische Chansonnier und Frauenköpfeverdreher Serge Gainsbourg wieder in Erinnerung gerufen wurde. Zum Verwechseln ähnlich: Eric Elmosnino. Als Brigitte Bardot auch nicht die schlechteste Wahl: Supermodel Laetitia Casta. Es wird zwar vielleicht zu sehr auf Gainsbourgs Visage herumgeritten, aber dennoch verleiht KURIER.at "Gainsbourg" fünf Gitanes filterlos - "Je t`aime". Der österreichische Kinostart von "Machete" ist zwar erst am 17.12., der Edel-Trash konnte aber hierzulande bereits bei der Viennale in Augenschein genommen werden. Regisseur Robert Rodriguez zelebriert seine B-Picture-Ästhetik wie schon in dem gemeinsam mit seinem "Partner in Crime" Quentin Tarantino kreierten "Grindhouse"-Tribute. "Machete" war zunächst nur ein Fake-Trailer aus besagtem Double Feature, den Rodriguez mit Kapazundern wie Danny Trejo, Robert De Niro, Jessica Alba, Don Johnson, Michelle Rodriguez, Steven Seagal und Lindsay Lohan zu einem abendfüllenden, blutigen Mexploitation-Kunstwerk ausdehnte. Der KURIER.at-Redaktion gefällt`s. Auf "I love you Phillip Morris" musste man in Österreich bis Juli 2010 warten, obwohl der Film schon am 18. Januar 2009 in den USA Premiere feierte. Wegen zu expliziter Sex-Szenen musste der Film aber neu geschnitten werden, Rechtsstreitigkeiten inklusive. In der amüsanten und wahren Geschichte spielt Jim Carrey den schwulen Betrüger in Hochform. Er und Evan McGregor geben das homosexuelle Pärchen ironisch aber unverkrampft. Ein durchaus mutiger Film. "Carlos, der Schakal", ist ein fast vier Stunden langes Monumentalwerk des französischen Regisseurs Olivier Assayas. Hier wird die Karriere des berühmten Terroristen von den 70er- bis in die 90er-Jahre nachgezeichnet. Nicht zuletzt aufgrund der Länge des Films erhält man einen tiefen Einblick in die Psyche von Ilich Ramirez Sanchez, wie Carlos tatsächlich hieß. Kaltschnäuzigkeit, Ideologie, Männlichkeitswahn und Opportunismus - am Ende weiß man haargenau, wie das alles zusammenpassen kann. Nach dem vielgelobten "The Dark Knight" ist Regisseur Christopher Nolan mit "Inception" nun endgültig in die A-Liga der Filmemacher aufgestiegen. Zurzeit schafft er wie kein anderer den Spagat zwischen inhaltlichem Anspruch und unterhaltendem Mainstream. Ein komplexer Blockbuster über Traum und Wirklichkeit mit Leonardo DiCaprio, wie man ihn im Big Budget-Einerlei des Hollywoodkinos des Längeren nicht vorfand. Der beste Science-Fiction-Film des Jahres 2010 ist gleichzeitig auch das ruhmreiche Regie-Debüt von David Bowie-Sohn Duncan Jones. Beängstigend-spannend ist "Moon", mit einer interessanten Thematik und einem tollen Sam Rockwell in der Haupt- bzw. Doppelrolle. Er spielt den Astronauten Sam Bell, der seit drei Jahren alleine auf dem Mond arbeitet. Nur die künstliche Intelligenz GERTY ist sein Ansprechpartner. Die Isolation beginnt Bell bald zu zermürben. Kubricks "2001: A Space Odyssey " lässt grüßen. Da war doch noch was ... Im Herbst waren die Straßen voll von Suchmeldungen: "Wer hat die Ott entführt?" Im Oktober folgte dann die überzeugende Antwort - im Kino. Andreas Kiendl und Michael Ostrowski (rechts) liehen sich die bettlägrige österreichische Volksschauspielerin (in personam) einfach kurzerhand als "Oma" aus - um ihren perfiden Sozialbetrug zu decken. Der Bezirksrat lächelt zum bösen Spiel in die Kamera (siehe Bild). Andreas Prochaskas "Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott" ist der trashigste, turbulenteste, wildeste und erfrischendste Beweis, dass in Österreich nicht bloß Kabarettistenkomödien Erfolg haben können.

Nicht übersehen darf man in der Kinobilanz auch Benjamin Heisenbergs "Der Räuber". Daswahre Kriminaldrama mit Andreas Lust wurde gleich sieben Mal für den Österreichischen Filmpreis nominiert, der am 29. Jänner 2011 zum ersten Mal vergeben wird. "Männer, die auf Ziegen starren" gefällt vor allem der männlichen Belegschaft der KURIER.at-Redaktion. Die verrückte (und wahre!) Geschichte um die US-Armee, die in den 70er-Jahren versucht hat, Soldaten mit paranormalen Fähigkeiten auszubilden, ist mit George Clooney, Ewan McGregor und Jeff Bridges starbesetzt. Der höchst eigenwillige Humor macht diesen skurrilen, leider mit einem etwas unbefriedigenden Ende belasteten Film von Regisseur Grant Heslov ("Good Night, and Good Luck") zu einem Highlight des Jahres. Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese sind einfach ein gutes Team. Das stellen sie auch in ihrer vierten Zusammenarbeit "Shutter Island" eindrucksvoll unter Beweis. Der Mystery-Thriller überzeugt durch eine spannende Geschichte, gute Schauspieler und interessante Wendungen.  Schauplatz der Geschichte ist eine auf einer Insel befindliche psychiatrische Einrichtung, in der DiCaprio in der Rolle des Polizisten Teddy Daniels mysteriöse Vorkommnisse zu untersuchen hat. Die gruselige Atmosphäre und die (anfangs) undurchsichtige Handlung halten den Zuseher 138 Minuten lang in Atem. Die KURIER.at-Redaktion wählte "Shutter Island" zum besten Film 2010.
(KURIER.at / mich,tem,rot,dav) Erstellt am
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