Christus-Büste in Basilika in Rom wird Michelangelo zugeschrieben

Der Kopf in der Kirche Sant' Agnese fuori le mura gilt nach umfangreichen Studien als Werk des Renaissance-Genies.
Marble bust attributed to Michelangelo after decade-long research, in Rome

Fünf Jahrhunderte nach dem Tod von Michelangelo Buonarroti (1475-1564) sorgt eine neue Studie für Aufsehen: Die Skulptur des Christus Salvator in der Basilika Sant'Agnese fuori le mura in Rom, die bisher als anonym galt, ist nun dem Renaissance-Genie zugeschrieben worden. Die "Neuzuschreibung" wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz von der Kunsthistorikerin Valentina Salerno und den Experten der Regularkanoniker vom Lateran in Rom vorgestellt, die die Basilika verwalten.  

Salerno stützt ihre Ergebnisse auf eine umfangreiche Dokumentenrecherche, darunter Testamente, Briefe, Tagebücher, historische Reiseberichte, Inventare und Akten von Bruderschaften aus der Zeit von 1564 bis heute. Nach Einschätzung der Forscherin könnten sich noch zahlreiche Werke im Umlauf befinden, die Michelangelo sicher zugeschrieben werden könnten. Salerno hat sich vor allem auf Arbeiten in Kirchen und Museen konzentriert.

Michelangelo Buonarroti war als Bildhauer, Maler, Architekt und Dichter tätig und zählt bis heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte. Obwohl Michelangelo sich selbst vor allem als Bildhauer verstand, schuf er mit den Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle einen der berühmtesten Gemäldezyklen der Welt. 

Neuentdeckungen aus Michelangelos Oeuvre gelten als rar, zumal der Künstler viele Vorstudien noch zu Lebzeiten vernichtet haben soll. Immer wieder gelingen dennoch Entdeckungen - so versteigerte zuletzt das Auktoinshaus Christie's eine Skizze für den Fuß der Libyschen Sibylle um 27 Millionen US-$, mehr als das zehnfache des Schätzwertes. 

Kommentare