Christof Spörk: Wenn es schon „owi“ geht, dann bitte mit Stil
Er steht wieder solo auf der Bühne – nur mit seinen Instrumenten und vielen neuen Liedern. So viele, dass er die besten schon verkauft habe, scherzt Christof Spörk. Seine „Steirische“ ist jetzt blau, und kommt von willhaben. Doch das Instrument hat Geschichte: Der Vorbesitzer hatte eine richtige Sammlung. Für jede Weltreise seiner Frau kaufte er sich eine Ziehharmonika.
Spörk erzählt mehrere solcher Geschichten. Vor dem Auftritt will er seinen alten Freund Felix getroffen haben, fast hätte er vergessen, ihn zur Premiere einzuladen. Felix hat einen furchtbaren Grant auf die Welt. Es ist der Ausgangspunkt von „Maximo Lieder“, das nicht nach Fidel Castro benannt sei, auch wenn Spörks Gattin aus Kuba stammt, wie der Weststeirer gern erzählt. Es gehe einfach um Lieder. Und die handeln vom „owi“, auf dass sich die Österreicher so besonders gut verstehen. Owi vom Berg – mit Skiern; „Owi lacht“, heiße es in „Stille Nacht“, oder so ähnlich.
Spörk am Keyboard. Beharrlich machte er sich auch Notizen, welche Gags in Wien anders funktionieren als z.B. in Graz.
Eingangs singt er den obligatorischen Song über den US-Präsidenten („Schönen guten Trump“), der wieder „einen Scheiß“ getwittert habe. Da steckt viel roher Grant drin. Der Multiinstrumentalist führt auch die feinere Klinge, spielt am Klavier einen Song aus Staatennamen. Welcher Satz lässt sich aus Sudan, Island und Tschad bilden? Klar: „Zum sudern is’ s’Land z’schad!“
Aus seiner südburgenländischen Wahlheimat hat er ein Lied über das beharrliche Straßenbankettmähen mitgebracht. Politisch bitter ist das Lied über das rechte „Volksohr“ und beim volkstümlichen „Das System ist schuld“ braucht man beim Mitklatschen viel Ironie.
Die komme immer mehr abhanden, befindet Spörk und schließt mit dem furiosen, durch Looptechnik auch auf der Klarinette begleiteten Lied „Es kann ned immer nur aufi gehn“: „Aufi kann jeder Schwanz, beim Owigehn braucht’s Eleganz ...“
Die Standing Ovations im Stadtsaal sind nicht, wie sonst oft, ein Zufallsprodukt. Im heimischen Musikkabarett ist Spörk ein „Lider“.
KURIER-Wertung: **** von *****
INFO: Mit "Maximo Lieder" tritt Christof Spörk am 13. Dezember 2026 wieder im Wiener Stadtsaal auf. Mit seiner Band Global Kryner, mit der 2005 am Song Contest teilnahm, wandelt er demnächst auf Comeback-Pfaden. Termine ab Ende Mai finden Sie hier.
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