Capas Fotoschätze aus dem Mexikokoffer

Bisher unveröffentlichte Bilder des Kriegsfotografen sind in einer Ausstellung in New York zu sehen. KURIER.at zeigt einige der Fotos.


"Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran," lautete der oberste Lehrsatz von Robert Capa (1913-1954). Der berühmte Kriegsfotograf war mehr als 20 Jahre nah genug dran. Bekannt wurde Capa vor allem mit seiner Aufnahme "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes." 

Robert Capas berühmtes Foto: "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes" geschossen in Cerro Muriano, am 5. September 1936. Als Anhänger der Republikaner im Kampf gegen die Faschisten reiste Capa 1936 nach Spanien an die Front. Dort nahm er den republikanischen Milizionär auf, der, offenbar von einer feindlichen Kugel getroffen, auf freiem Feld niedersinkt. Das Foto wurde zu einer Ikone der Kriegsfotografie. Seit den 1970er Jahren mehren sich jedoch Spekulationen darüber, dass das Bild gestellt sei. Neben Spanien war Capa unter anderem im Europa des Zweiten Weltkriegs tätig, 1938  reiste er außerdem nach China und berichtete über den chinesischen Widerstand gegen die japanische Besatzung.  Zehn Jahre später begleitet er mit seiner Kamera die Gründung des Staates Israel.  

Foto von Robert Capa: Amerikanische Soldaten am D-Day nahe Colleville-sur-Mer in der Normandie, am 6. Juni 1944. Mit seinem Kollegen David Seymour  (später bekannt unter dem Namen Chim)und drei weiteren Fotografen gründete Capa 1947 in Paris die Fotoagentur Magnum. Er starb 1954 in Vietnam, nachdem er auf eine Landmine getreten war. 

Foto von Robert Capa: "Pablo Picasso und sein Sohn Claude", in Golfe-Joan in Südfrankreich im August 1948. Einen neuen Blick auf den Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 zeigt nun eine Ausstellung in New York. Das International Center of Photography (ICP) präsentiert bis zum 9. Jänner 2011 die Kontaktabzüge von Capas Negativen und den seiner Kollegen Gerda Taro sowie Chim (David Seymour). 

Das Foto von Fred Stein zeigt Gerda Taro und Robert Capa im Café du Dôme in Montparnasse, Paris, Anfang 1936.  Es ist in der aktuellen Ausstellung des International Center of Photography in New York zu sehen. Die Originalfilme dieser drei Fotografen über den Spanischen Bürgerkrieg galten seit 1939 als verschollen. 1995 sind sie in Mexiko-Stadt wieder aufgetaucht. Offenbar hatte Capa 1939 einen Koffer  mit Negativ-Schachteln einem Dunkelkammer-Techniker übergeben. Ein mexikanischer Botschafter hat den Koffer, der seit dem Fund 1995 als "The Mexican Suitcase" (der mexikanische Koffer) bezeichnet wird, in den 40er Jahren von Südfrankreich nach Mexiko mitgenommen Dort blieb er mehr als 50 Jahre unentdeckt.

Im Bild: Eine der drei Kartonschachteln des "mexikanischen Koffers" mit den Negativen  von Capa, Chim, and Taro. Experten hatten sich nach dem Fund des Koffers vor allem Aufschluss über das berühmte Foto Capas vom Tod des Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg erhofft. Durch die Negativ-Sequenzen, also die Aufnahmen vor und nach dem Schuss, sollten die Zweifel über die Echtheit entkräften werden. Diese Hoffnung hat sich aber nicht erfüllt: Denn das Negativ zu Capas umstrittenem Soldaten-Foto befand sich nicht in den wiederentdeckten Schachteln.  Im Bild: Negativ-Sammlung von Capa. Das Rätsel über Capas berühmtes Foto bleibt also weiter ungelöst. 

Im Folgenden sehen Sie sechs ausgewählte und bisher unveröffentlichte Fotos der aktuellen Ausstellung über die Fotografien von Robert Capa, Gerda Taro und Chim in New York. 

Foto von Robert Capa: Ernest Hemingway (Dritter von links), der New York Times Journalist Herbert Matthews (zweiter von links) und zwei republikanische Soldaten in Teruel, im späten Dezember 1937. Foto von Robert Capa: Ein Mann aus Teruel trägt einen verwundeten Buben in seinen Händen. Die Aufnahme wurde Ende Dezember 1937 gemacht. Foto von Gerda Taro: Schaulustige während des Begräbnisses des republikanischen Generals Lukacs, in Valencia, am 16. Juni 1936. Foto von Gerda Taro: Eine Menschenmenge vor einem Leichenschauhaus in Valencia, nach einem Luftangriff auf die Stadt im Mai 1937. Foto von Chim  (David Seymore): Eine Mutter stillt ihr Baby, während sie einer politischen Ansprache lauscht. Aufgenommen nahe  Badajoz, Extremadura, im Frühjahr 1936. Foto von Chim: Porträt der Kommunistin Dolores Ibárruri, bekannt als "La Pasionaria", im Frühjahr 1936.
(kurier) Erstellt am
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